Gemeindeversammlung St. Stephan
Die Gemeinde übernimmt die Wasserversorgung
Nicht weniger als 13 Traktanden wurden an der letzten Gemeindeversammlung behandelt. Hauptthema war die Wasserversorgung. Diese wurde von den Wasserversorgungsgenossenschaften an die Gemeinde übergeben. Bei den Wahlen wurden alle vorgeschlagenen Personen gewählt. Die Planungskredite für ein neues Feuerwehrmagazin und für ein Raumkonzept im Moosschulhaus wurden gutgeheissen.
Im Anschluss an die Gemeindeversammlung wurden die Lehrabgänger oder Schüler mit einem Durchschnitt von mehr als 5,3 geehrt: Marco Matti, Abschluss der Lehre und Berufsmatur mit jeweils 5,8; Jonas Bergmann, Landwirt 5,3; Stefan Kuhnen, Anlehre als Milchproduktionsverarbeiter 5,4; Käthi Rösti (versteckt) überreichte die Blumen im Namen der Gemeinde; Roxana Gobeli, Matur 5,6; Fritz Perren, Gemeindepräsident; Michael Zahler, Bauzeichner 5,6 Berufsmatur 5,5; Adrian Gobeli, Zimmermann 5,4; David Kurzen, Schreiner 5,4.
Fast 10% der Gemeindebürger nahmen an der ordentlichen Versammlung der Einwohnergemeinde St. Stephan am vergangenen Freitag, dem 25. November 2011, in der Mehrzweckhalle Moos, teil. Die 98 Stimmberechtigten sagten zu allen Traktanden Ja.
Wasserversorgung wird übergeben
Im ersten Traktandum orientierte die Gemeinde über die Rückgabe der Wasserversorgung an die Einwohnergemeinde. Im Durchschnitt zahlt eine Schweizer Familie mit vier Personen (ca. 160 Liter pro Tag pro Einwohner) gut einen Franken für das Wasser. Da St. Stephan mehr als genug Wasser hat, kostet es die Einwohner nur ca. 60 Rappen. Bruno Hählen lobt die St. Stephner Quellen Müliport (Fermel), Tuftlere, Gandboden und Chapf: «St. Stephan rangiert in der Schweiz bei den Wasserressourcen in den Top Ten».
Die Wasserversorgung muss finanziell selbsttragend sein. Dies ist dank den vorhandenen Reserven und den in Aussicht gestellten Kantonsbeiträgen gegeben. Die wiederkehrenden Gebühren liegen +5%/-5% über den bisherigen Beiträgen. Ein Stimmbürger meinte dazu: «Mir war immer klar, dass es teurer wird, wenn die Gemeinde die Wasserversorgung übernimmt. Ab dem 1. Januar 2012 zahlen gut 2/3 mehr und 1/3 weniger für das Wasser».
Alle Traktanden betreffend Änderung der Wasserversorgung wie Reglemente, Tarife, Revision der Gemeindeordnung und ein Projektierungskredit für den Neubau des Wasserreservoirs Matten wurden einstimmig genehmigt.
Finanziell gut aufgestellt
Beim Traktandum 7 ging es um die Gemeindefinanzen. Der Kanton verlangt von den Gemeinden, dass diese den Finanzplan vorstellten. Dieser ist ein wichtiges Planungsinstrument und zeigt die Entwicklung des Finanzhaushaltes auf. Er ist unverbindlich und in der Regel eher negativer als die tatsächliche Zukunft. Er zeigt auf, dass das Eigenkapital in den nächsten Jahren zurückgeht und sich auf einem tieferen Niveau stabilisieren wird. Grund sind die anstehenden, grossen Investitionen. Der Steuersatz bleibt unveränderten bei 1,84. Dem Aufwand von 6 834 861 Franken steht ein Ertrag von 6 858 955 Franken gegenüber woraus ein Ertragsüberschuss von 24 094 Franken resultiert. Den Finanzplan nahm die Gemeindeversammlung zur Kenntnis, der Voranschlag 2012 wurde einstimmig genehmigt.
Bestätigung der Volksvertreter
Bei den Wahlen konnten und wurden alle Personen wiedergewählt. Für den Gemeinderat stellten sich erneut zur Verfügung: Jürg Grünenwald-Fiechter, Christian Moor-Sumi, Käthi Rösti-Zurflüh und Ruedi Werren-Knöri. Als Gemeindevize- und Gemeinderatsvizepräsidet wurde Arnold Matti-Klopfenstein bestätigt. Wie die vorherigen wurde auch Eveline Bühler-Födisch mit einem Applaus für die Rechnungsprüfungskommission bestätigt.
Neues Feuerwehrmagazin
Zurzeit ist die Feuerwehr in St. Stephan über viele Standorte verteilt. Die Gemeinde St. Stephan plant daher einen neuen (zentralen) Standort. In der Baracke Lochachern wurde dieser gefunden. Im Erdgeschoss gibt es noch genügend Platz, so dass die Feuerwehr dort einquartiert werden könnte.
Die Gemeindeversammlung genehmigte das von Jürg Grünenwald vorgetragene, schlüssige Konzept für ein Ausbauprojekt im einem Verpflichtungskredit von Fr. 750 000.– einstimmig.
Verschiedene Kredite genehmigt
Durch die rückläufigen Schülerzahlen und das neue Oberstufenzentrum in Zweisimmen soll für das Schulzentrum Moos ein neues Raumkonzept erarbeitet werden. Der Gemeinderat hat sich für ein schrittweises Vorgehen entschieden und beantragte die Genehmigung eines Projektierungskredits von 150 000.– Franken. Dieser wurde mit grossem Mehr genehmigt.
Auch der Gemeindebeitrag an die Sanierung der Strasse Matten–Obersteg–Zuhähligen wurde einstimmig genehmigt. Auf einer Strecke von etwa 2,5 Kilometern kann die Strasse saniert werden auf dem anderen 685 Meter langen Bereich wird ein Wegausbau nötig. Die Kosten für die Instandstellung der Strasse belaufen sich auf etwa eine halbe Million Franken, wobei sich die Gemeinde mit einem Maximalbetrag von 201 400 Franken beteiligt.
Bei der letzten Abstimmung stimmten die Bürger auch noch der Sanierung von Lawinenverbauuungen und Aufforstungsprojekten zu.
Fabian Kopp