Hangar Rockin’ auf dem Flugplatz St. Stephan
Rock ’n’ Roll und die 60er Jahre
Bereits zum fünften Mal haben sich Oldtimer Fans mit ihren glänzenden Fahrzeugen zusammen mit echter Rockmusik auf dem Flugplatz in St. Stephan ein Stelldichein gegeben.
Hangar Rockin St. Stephan 2012
Über 5000 Besucher aus der ganzen Welt haben den Event auf dem Flugplatz besucht. Die Marktstimmung, zwischen Oldtimern und Festzelten erinnerte an die späten 60er Jahre. Jung und alt, bunt gemischt, flanierte in weiten Röcken, hoch gesteckten Frisuren, Dächlikappen, Knickerbockern mit Hosenträgern, und liess sich von Rockmusik aus alten Zeiten berieseln.
Mit knatternden Motoren versuchten die Fahrer in ihren Oldtimern mit mehr oder weniger Erfolg die Achtelmeile im Rennen zu bestreiten.
Am Abend ging dann im Hangar die Post ab. Mit erstklassigen Bands lebten die 60er Jahre wieder auf und gar manches Paar konnte es nicht lassen, im dicht gefüllten Hangar zu tanzen wie in alten Zeiten.
Oldtimer im Simmental
Am Freitag knatterten über 100 alte Autos durch das Simmental hoch nach St. Stephan. Langsam nahm die Show auf dem Flugplatz Gestalt an. Der eine oder andere Oldtimer zeigte im Simmental seinen Willen und blieb einfach stehen, wie in alten Zeiten. Auch wenn das manchen modernen Strassenbenützer ärgerte, hat der Event gezeigt, dass die Verlässlichkeit der Fahrzeuge in den letzten fünfzig Jahren wesentlich zugenommen hat und der Benzinverbrauch von damals 40 Liter und mehr pro hundert Kilometer auf nur 5–10 Liter gesunken ist!
Am Freitagabend begann das Fest, nachdem die Logistik, das Catering und die Zeltstadt aufgebaut waren.
Das Leben um das Oldtimer-Rennen
Am Samstag schon in der Morgenfrühe entstand der Jahrmarkt rund um das Oldtimer Rennen und die ersten Oldtimer versuchten auf der offenen Piste die Achtelmeile zu schaffen. Hier liess mal eine Bezinpumpe, dort gab ein Fallstromvergaser den Geist auf und gäbe es nicht eine ganze Menge hilfsbereiter Oldtimer Spezialisten unter den Besitzern, würde ein solches Treffen zum Chaos. Der Zusammenhalt unter den Leuten prägte das Fest. Man diskutierte, beriet sich und half Schäden zu bereinigen, schlenderte über den Markt und hörte sich die Rocker im Hangar an. Ein friedliches Fest, ein Treffen von Leuten aus aller Welt und das vor unserer wunderbaren Bergkulisse.
Das Rennen für sich war eigentlich kein echtes Rennen, man war stolz, wenn der eigene Oldtimer die Achtelmeile vor dem Nachbarfahrzeug schaffte. Dennoch bildete die Rennstrecke während guten fünf Stunden das Zentrum des Events. Selten sah man sonst einen so gut gepflegten Buick Jahrgang 1958 neben einem rot glänzenden Chevrolet Jahrgang 1952 stehen. Der Eindruck, den die gepflegten Fahrzeuge hinterliessen ist gewaltig.
Ein heftiges Gewitter, das gegen Abend über den Flugplatz fegte, hat die vielen Zuschauer, Akteure und Helfer nicht gehindert, am Fest zu bleiben.
Walter Zeller