Beschlüsse der Gemeindeversammlung Wimmis vom 9. Juni 2011
Die Wimmiser Gemeindeversammlung war mit 95 Stimmberechtigten trotz nur wenigen Traktanden sehr gut besucht. Die beiden Versammlungsgeschäfte wurden ohne Gegenstimme gutgeheissen. Ob der Grund für gute Beteiligung der Vortrag über den Simmenfluhbrand vor 100 Jahren oder die von der Gemeinde offerierte Bratwurst ist, bleibt ungeklärt.
Rechnung 2010
Die Gemeinderechnung 2010 wurde von den Stimmberechtigten mit grossem Mehr und ohne Gegenstimme genehmigt. Nicht überraschend, da der Ressortleiter Finanzen und der Gemeindeverwalter durchwegs positive Zahlen verkünden durften. Die Gemeinderechnung 2010 schliesst nach zusätzlichen Abschreibungen von 502 600 mit einem Ertragsüberschuss von 634 600 ab. Das Ergebnis ist um 586 000 besser als budgetiert. Gründe für diese erfreulichen Zahlen sind vor allem höhere Steuereinnahmen, diverse einmalige Erträge sowie Minderbelastungen in den Bereichen Bildung und Soziales. Dank dem guten Ergebnis steigt das Eigenkapital auf 3,76 Millionen oder 15 Steuerzehntel. In den Jahren 2006 bis 2010 beträgt der Überschuss inkl. zusätzlicher Abschreibungen insgesamt 3,75 Millionen. Die Wimmiser Steuerzahler haben massgeblich zu diesem positiven Ergebnis beigetragen. Als «Dankeschön» prüft der Gemeinderat im Rahmen des Budget 2012, die Steueranlage für die Jahre 2012 und 2013 um 1,1 Steuerzehntel zu senken. Die Gemeindeversammlung im Dezember 2011 wird dazu das letzte Wort haben.
Aufhebung alter Reglemente
Diverse Reglemente wurden von den Stimmberechtigten nie offiziell aufgehoben oder dies wurde dem Kanton nicht gemeldet. Um dies nachzuholen, hat die Gemeindeversammlung zehn alte bzw. sehr alte Reglemente ohne Gegenstimme aufgehoben. Darunter war das Reglement betreffend Einsammeln von Maikäfern aus dem Jahr 1915 wohl das interessanteste: Die Wimmiser mussten jährlich eine gewisse Anzahl Liter Maikäfer in Kesseln abliefern - und zwar je nach Haushaltgrösse und Landbesitz. Die Käfer wurden in siedendem Wasser getötet und zu Kompost verarbeitet. Wer zu wenig Käfer sammelte, musste eine Ersatzabgabe von 20 Rappen pro Liter leisten. Wer gar keine Käfer lieferte, wurde dem Richter zur Verurteilung überstellt, was eine Busse bis Fr. 20.– zur Folge haben konnte. Übrigens, falls es nur wenige Maikäfer gab, konnte der Gemeinderat die Sammelquote herabsetzen. Aber auch das Gemeindewerkreglement aus dem Jahr 1949 hatte es in sich. Wer nicht pünktlich oder ohne das nötige Werkzeug zur Arbeit erschien, wurde kurzerhand nach Hause geschickt.
Im Anschluss an die Versammlung hat Dorfhistoriker Erich Liechti über den Simmenfluhbrand informiert, welcher am 20. August 1911 durch einen Blitzschlag ausgelöst wurde. Die Löschar-beiten dauerten über zwei Monate. Zeitweise waren gegen 1000 Personen im Einsatz, darun-ter die Armee und sämtliche Feuerwehren der Region. Der Brand wurde schlussendlich durch die Natur selbst gelöscht, indem es am 3. Oktober 1911 zu einem überraschend frühen Winter-einbruch kam. Der Simmenfluhbrand war ein spektakuläres und dramatisches Ereignis, wel-ches die Bevölkerung weitherum in Atem hielt. 100 Jahre danach sind die meisten verbrannten Stellen wieder bewachsen. Nach dem Vortrag konnten bei Bratwurst und Bier die damaligen (und heutigen) Ereignisse ausgiebig diskutiert werden.