Die Flugplatzgenossenschaft Zweisimmen feierte

Der Flugplatz gehört jetzt uns

Was lange währte, wird endlich gut. Seit diesem Sommer ist die Flugplatzgenossenschaft Besitzerin des Flugplatzes Zweisimmen. Dieses Ereignis wurde in der ASGZ-Baracke letzten Samstagnachmittag nachträglich gefeiert. Doch es gibt noch viel zu tun.

Bei der Festlegung der Feier hoffte man auf die Fortsetzung der milden und sonnigen Herbsttage. Weit gefehlt – aber der strömende Regen und die überraschenden Wintertemperaturen an der Feier vom letzten Samstagkonnten den vielen Mitgliedern, Gästen und Freunden in der voll gefüllten ASGZ-Baracke nichts anhaben. Die Erleichterung und Freude über den seit rund einem Jahrzehnt angestrebten Kauf wurde bei bester Stimmung mit Speis und Trank gefeiert.

Geschichtlicher Rückblick

Präsident Niklaus Müller hielt in seiner Rede kurz Rückschau: In den 40er-Jahren erfolgte der Bau der Flugplätze St. Stephan, Saanen und Zweisimmen. In den 50er-Jahren findet erstmals ein Segelfluglager der SG Bern statt. In den 60er-Jahren wird der Flugplatz gemischt genutzt. Segelfluglager werden durchgeführt. 1970 wird die Alpine Segelfluggruppe gegründet. Ab 1994 wird der Flugplatz nicht mehr militärisch genutzt und es kommen vermehrte Tätigkeiten auf den Platz – der Segelflugbetrieb hat Hochkonjunktur. Ebenso werden regelmässig Viehmärkte abgehalten und im Winter parkieren Autos von Wintersportlern auf der Piste.

«SIL», der Sachplan für Infrastruktur der Luftfahrt verursachte einen grossen Arbeits- und Papieraufwand. Man fragte sich manchmal, was all die Forderungen und Planerei für einen Sinn hätten. Herr Laubscher empfahl, den Flugplatz von der Armasuisse zu kaufen. Dies war Motivation einerseits, andererseits gab es wieder Sitzungen, Verhandlungen und viel Arbeit. Niklaus Müller verdankte bei dieser Gelegenheit die unzähligen Stunden von Hans-Ruedi Schläppi, Res Müller und Adrian Rösti.

1982 errichteten die BOHAG und die REGA eine Basis im Hangar auf dem untern Teil des Flugplatzes. Ebenfalls wurde die Eagle Helikopter AG im Gebiet tätig, jedoch ohne einen Hangar, obwohl sie bestrebt ist, in irgend einer Form was Passendes zu erwerben oder zu bauen.

Die alpinen Segelfluglager haben grossen Erfolg und werden ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. In den letzten Jahren waren diese leicht rückläufig, wurden aber durch deutsche Gruppen ergänzt.

Niklaus Müller dankte der Gemeinde Zweisimmen. Es sei wichtig gewesen, dass auch die Gemeinde hinter dem Flugplatz und dessen Betrieb gestanden sei. Weil in Zweisimmen auch Piloten für Segel- und Motorflug ausgebildet werden, hat sich dies beim Kauf positiv ausgewirkt.

Bundesgericht weist Klage ab

Die Klage der IG für weniger Fluglärm wurde beim Bundesverwaltungsgericht abgewiesen. Müller betonte aber, dass es dadurch nicht mehr Flugbewegungen gäbe als bisher. Das Kontingent werde mehrheitlich nicht ausgeschöpft.

Stillschweigen über den Kaufpreis

Müller nannte den Kaufpreis nicht. Dieser sei aber fair gewesen. In Betracht gezogen wurde auch, dass in den letzten Jahren vom bisherigen Besitzer praktisch keine Investitionen oder Reparaturen getätigt wurden, obwohl die Genossenschaft jährlich rund 25000 Franken Mietzins zu zahlen hatte.

Die Genossenschaft hat den nötigen Unterhalt auf eigene Kosten selber gemacht. Der Untergrund der Piste ist sehr gut, doch der Belag müsse saniert werden. Noch ist nicht bekannt in welcher Form.

Gedankt und gefeiert

Präsident Niklaus Müller dankte den Land-Anstössern bestens, welche sich immer wohlwollend verhalten.

Matthias Matti gratulierte der Genossenschaft im Namen der Gemeinde sowie von Zweisimmen Tourismus.

Die Genossenschaft offerierte Speis und Trank. Der lang erarbeitete Kauf wurde schlicht, aber gebührend gefeiert. Mit dem Kauf des Flugpatzes Zweisimmen geht ein denkwürdiger Meilenstein in die Annalen der Flugplatzgenossenschaft ein. Josef Kopp

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Erstellt:
13.10.2011, 00:00 Uhr
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