Der Samariterverein Zweisimmen lanciert Defibrillatoren-Anschaffung
Die baldige Installierung von mindestens acht Defibrillatoren an den meistfrequentierten Stellen in der Gemeinde Zweisimmen setzt sich der Samariterverein in Zweisimmen zum Ziel. Diese sollten rund um die Uhr benützbar sein. In einem Schreiben ersucht Samariterverein-Präsident und Projektleiter Walter Siegenthaler Behörden, Firmen und Private um Unterstützung für die Anschaffung der lebenserhaltenden Geräte.
Samariterverein-Präsident Walter Siegenthaler hofft auf den baldigen Einsatz von 6-8 Defibrillatoren in Zweisimmen.
«Grosse Aufregung auf einem belebten Platz. Ein etwa 45-jähriger Mann ist unvermittelt zusammengebrochen und liegt regungslos da. Sofort bildet sich um ihn eine Ansammlung von Menschen. Wie kann geholfen werden? Wer weiss, was nun zu tun ist? Wo befindet sich der nächste Defibrillator?» Ein solches Ereignis ist überall und jederzeit möglich und kann jedes(n) von uns – als selber Betroffenen oder als Zeugen – von einem Moment auf den anderen treffen.
Benutzbarkeit ist das A und O
Mann und Frau wissen: Pro verpasste Minute sinkt für die von einem Herzstillstand Betroffenen die Überlebens-chance um sieben bis zehn Prozent. Dank den neuartigen Defibrillatoren könnte in vielen Fällen erste, effiziente und wertvolle Hilfe geleistet werden. «Die Handhabung der Geräte ist relativ einfach. Das Problem ist viel mehr, allen Bürgerinnen und Bürgern klar zu machen, wo solche Geräte vorhanden sind. Ganz wichtig wäre, dass die Defibrillatoren jederzeit benutzbar sind. Es bringt der Bevölkerung wenig, wenn die Geräte im Innern von Gebäuden gelagert werden und nur zu Büro- oder Arbeitszeiten eingesetzt werden können», stellt Walter Siegenthaler fest. Der Präsident des lokalen Samaritervereins durfte bei seinen ersten Abklärungen viel Goodwill erfahren.
Vorerst acht bis zehn Defibrillatoren
Der Samariterverein denkt vorderhand an die Anschaffung von sechs bis acht Geräten und an deren Einrichtung an vielfrequentierten Stellen im Dorf. Mit einem Schreiben hat man sich darum an die Gemeinde, an die Kirchgemeinde, an Banken und Firmen gewandt. «Die Anschaffung eines Gerätes kostet zwischen 3500 und 4000 Franken. Der Samariterverein ist finanziell nicht in der Lage, diese Kosten zu tragen. Der Verein wird aber besorgt sein, dass jeder interessierte Bürger für die Handhabung geschult wird und wird die Verantwortung für die periodische Wartung und für die Kontrollen übernehmen», sagt Walter Siegenthaler dazu. Neben finanziellen Zusagen erhofft man sich auch Angebote für die Platzierung der Geräte.
Mögliche Standorte
Bezüglich dieser Standorte hat der Samariterverein klare Vorstellungen: Je ein Defibrillator sollte in den Bereichen Gwatt (u.a. für Schulen, Gemeindesaal-, Sportplatzbenützer) beim Kirchgemeindehaus, in der Industriezone und im Bolgenquartier platziert werden können. Im Dorf selber hofft man auch auf einen Standort in der Nähe von UBS und auf die «Öffentlichmachung» der bereits beschafften Geräte in der neuen Valiant-Bank so wie bei der Raiffeisenbank. Weiter möchte man je ein Gerät beim Schwimmbad und bei den Campingplätzen installieren.
Bald auch in Aussenbäuerten?
Der Samariterverein hat die Möglichkeiten und die Funktion des Defibrillatoren der Öffentlichkeit bereits anlässlich des letzten Sommermarkts vorgeführt. Auf Grund der vielen positiven Reaktionen hat sich Walter Siegenthaler an seinen Kollegen in Blumenstein gewandt. Dort hat der örtliche Samariterverein vor einem Jahr die Initiative ergriffen und damit ein flächendeckendes Angebot ermöglicht. «Das wird in Zweisimmen vor-erst noch kaum der Fall sein», gibt sich der Samariter-Präsident vorsichtig. Aber er hofft, dass bald auch Geräte in Blankenburg, Mannried, Grubenwald und Reichenstein/Oeschseite benutzbar wären. Ernst Hodel