Volksschule Zweisimmen

Drei Tage anpacken für Wald und Natur

Pickel statt Schulbuch, steile Waldwege statt Klassenzimmer: Die beiden 9. Klassen leisteten während drei Tagen einen Arbeitseinsatz im Wald. Dabei erfuhren die Jugendlichen nicht nur, was körperliche Arbeit bedeutet, sondern auch, weshalb ein gesunder und vielfältiger Wald für unsere Bergregion von grosser Bedeutung ist.

Von Andreas Gerber

Förster Schneider macht die Schülerinnen anhand einer vom Hirsch gefegten Jungfichte auf die Hirschproblematik aufmerksam.

Förster Schneider macht die Schülerinnen anhand einer vom Hirsch gefegten Jungfichte auf die Hirschproblematik aufmerksam.

© Andreas Gerber

Bereits zum zweiten Mal tauschten die beiden 9. Klassen für drei Tage das Schulzimmer gegen den Wald. Die Ziele des Einsatzes waren vielfältig: gemeinnützige Arbeit leisten, körperliche Arbeit über einen ganzen Tag erleben und durchhalten sowie das Ökosystem Wald besser kennenlernen. Im Zentrum stand auch die Frage, weshalb ein intakter Schutzwald für eine Bergregion unverzichtbar ist – und warum dieser gepflegt werden muss.

Harte Arbeit im Schutzwald

Die Klasse 9B verbrachte mit ihren Klassenlehrpersonen Lea Aellen und Andreas Gerber die ersten beiden Tage in der Enge in der Gemeinde Lauenen. Dort wurde die Bedeutung des Schutzwaldes unmittelbar sichtbar: Direkt unterhalb des Waldstücks verläuft die Lauenenstrasse, die ohne den Wald deutlich stärker durch Lawinen und Steinschlag gefährdet wäre.

Die Aufgabe der Jugendlichen bestand darin, einen stark zugewachsenen, rund einen Kilometer langen Begehungsweg für das Forstpersonal wieder instand zu stellen. Mit Pickel, Hacken und Schaufeln ging es an die Arbeit. Der steinige und von Wurzeln durchzogene Boden verlangte allen einiges ab. Manche Schweissperle floss, und einzelne Passagen schienen mit den vorhandenen Handwerkzeugen beinahe unbezwingbar. Gemeinsam gelang es jedoch, auch diese Stellen zu meistern. Umso schöner war am Ende des zweiten Tages der Gang über den wiederhergestellten Weg: Das sichtbare Ergebnis der eigenen Arbeit machte stolz.

Förster Daniel Schneider vermittelte während des Einsatzes viel Wissenswertes über die Herausforderungen des Schutzwaldes. Besonders eindrücklich war der starke Verbiss durch Hirsche. Junge Weisstannen, Bergahorne, Vogelbeerbäume oder Bergulmen werden vielerorts abgefressen. Gerade diese Baumarten wären jedoch wichtig, um den Wald auf ein wärmeres Klima vorzubereiten. Fichten wiederum werden vom Hirsch weitgehend verschont, dürften mit steigenden Temperaturen aber zunehmend unter Druck geraten. So konnten die Jugendlichen direkt vor Ort erkennen, wie anspruchsvoll es ist, einen widerstandsfähigen Wald für kommende Generationen zu erhalten.

Luke Moor bei der Jungwaldpflege im Diemtigtal.

Luke Moor bei der Jungwaldpflege im Diemtigtal.

© Andreas Gerber

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Erstellt:
13.09.2026, 00:30 Uhr
Lesedauer: ca. 1min 56sec
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