Ja zum Budget – Abfallreglement zurückgewiesen
Mit 55 zu 27 Stimmen wurde das neue Zweisimmer Abfallreglement an den Gemeinderat zurückgewiesen. Mit dem Referendum sind die neuen Regelungen zur Grüngutentsorgung und zur Papiersammelstelle bemängelt worden.
Die bis vor kurzem benutzte Gründeponie «Laubegg» ist aufgehoben und bereits planiert. Dies im Zusammenhang mit der neuen Linienführung der Simmentalstrasse mit der Aufhebung des Niveauüberganges.
Die letzte ordentliche Zweisimmer Gemeindeversammlung in diesem Jahr eröffnete das Jodlerduett Hanspeter Ludi/Heidi Schmid. Am Akkordeon begleitete sie Ernst Dubi. Gut gelaunt sagten die anwesenden 88 Stimmenden ohne Diskussion Ja zum Voranschlag 2012. Das Budget sieht bei gleich bleibender Steueranlage von 1,9 und einer unveränderten Liegenschaftssteuer von 1,5 Promille ein Fehlbetrag von 151 000 Franken vor. Dem errechneten Ertrag von fast 14,912 Mio. Franken steht ein Aufwand von 14,588 Mio. gegenüber. Dazu kommen 475 000 Franken Abschreibungen im Verwaltungsvermögen. Finanzverwalterin Alexandra Müller begründete das zu erwartende negative Ergebnis. Unter anderem werden sich die Auswirkungen des Filag 2012 des Kantons bemerkbar machen. Mit der Senkung der Abfallgrundgebühren von 23 auf 18 Franken pro Taxpunkt wird die angekündigte Reduktion des Tonnenpreises für den Abfall durch die AVAG an die Bevölkerung weitergegeben.
Abgespeckter Finanzplan
Vorgängig der Budgetberatung stellte Anne Speiser, Gemeinderatspräsidentin und Finanzvorsteherin in Personalunion, den seit September durch den Gemeinderat bereinigten Finanzplan 2011–2016 vor. Bei den abgespeckten Investitionen auf gut elf Millionen stehen die zwei Millionen für den Feuerwehr-Stützpunkt oben auf der Dringlichkeitsliste. Anne Speiser: «Das oberste Ziel ist das Gleichgewicht im Finanzhaushalt. Für grosse Geschäfte werden die Stimmbürger so oder so in die Verantwortung eingebunden.»
Referendum kam durch
Mehr zu reden als Zweisimmens Finanzhaushalt gab die Neuauflage des Abfallreglementes. Dazu hat die FDP das Referendum ergriffen. Verschiedene offene Fragen vor allem zur Grüngutentsorgung gaben Anlass dazu. Als Sprecher des Komitees interessierten Kurt Trachsel der Investitionsbedarf der baulichen Massnahmen, die Offerteneingaben der Grüngutentsorgung und die gesetzlichen Finanzierungskriterien. Vor allem aber erregten die Strassentransporte des Grüngutes durch die AVAG nach Wimmis sowie der Rücktransport der Komposterde die Gemüter. Auch die Öffnungszeiten der Annahmestelle wurden in Frage gestellt.
Für eine Bürgerin war die Einführung der Gebührenpflicht ein Dorn im Auge, sie meinte: «Gemeinde und Touristiker brüsten sich mit einem blumengeschmückten Dorf. Die Bepflanzungen in Gärten und auf Balkonen werden durch die Blumenfreunde selbst berappt und nun wird auch die Entsorgung im Herbst gebührenpflichtig.» Ebenso war die Aufhebung der Papiersammelstelle beim Schulhaus ein Stein des Anstosses. Alle gut gemeinten Argumente mit all den prognostizierten Sparmassnahmen von Gemeinderat Marcel Imobersteg zur Abfallkonzeptvorlage konnten nicht überzeugen. Das vorliegende Abfallreglement wurde im Verhältnis zwei zu eins zurückgewiesen. Die bisherige Gründeponie «Laubegg» kann allerdings nicht mehr zurückgebaut werden. Das Gelände ist als Teil des Strassenprojektes zur Aufhebung des Bahnüberganges bereits planiert. Ob der Papiercontainer wieder aufgestellt werden muss und in welcher Form, wird sich in naher Zukunft weisen.
40 000 für neuen Kreisel
Vor den Gedanken zum Jahreswechsel von Gemeinderatspräsidentin Anne Speiser und den guten Festtagswünschen von Gemeindepräsidentin Christiane Griessen erkundigte sich ein Bürger nach den künstlerischen Vorstellungen und den Kosten der Kreisel-Neugestaltung im Dorfzentrum.
Reber hätte das jahrzehntelange Trottoirbegehren entlang des Forellensees bevorzugt. Gemeindeschreiber Urs Mathis klärte auf: «Mit der Neugestaltung werden für 40 000 Franken Wasser, Berge, Burg und Kunst vereint zu sehen sein.» Zurzeit wird ein Scherenschnitt-Abbild von Ueli Hauswirth durch die Metall- und Stahlbau AG von Niederhäusern in Erlenbach kunstvoll geschmiedet und vergrössert. Nach dem Aufbau wird das schmiedeiserne Kunstwerk beleuchtet. Fritz Leuzinger