Simmechuchi: Spiel mit dem Feuer
Die März-Chochete, organisiert von Chris Matti, war zwar international geprägt, doch auch unser Land wurde ehrwürdig vertreten: Der «Schatten» dieser Chochete, Fritz Moser, brachte als Erinnerung seiner Ferien im Bündnerland als Amuses Bouches eine echte Churer Fleischtorte mit. Zum Dessert duften wir dann noch eine Bündner Nusstorte geniessen.
Gemäss dem Tagesmenü folgte eine erste Vorspeise mit dem Namen «Roquefort-Trüffel-Teller». Der Trüffel wurde aber vergebens gesucht, denn verwendet wurde ein französischer Roquefortkäse, verfeinert mit Butter und Gewürzen und zu einer Kugel geformt, die in fein gehacktem Pumpernickel gedreht wurde, was dann eine trüffelähnliche Knolle ergab und somit dem Gericht seinen Namen verlieh. Die zweite Vorspeise «mit Absinth flambierte Forellenfilets» gab eine gute Gelegenheit, das fachgerechte filettieren von Fischen zu Üben. Der Tageschef durfte mit Genugtuung feststellen, dass alle Hobbyköche, inklusive dem neu aufgenommenen Lehrling Thomas Bolzli, diese Prüfung mit Bravour bestanden haben. Die leicht gebratenen Forellenfilets, garniert mit einer feinen Gemüsebeilage, wurden mit genügend Absinth flambiert, was eine beeindruckende Flamme erzeugte.
Anschliessend gab’s einen Abstecher nach Russland mit einer ausgezeichneten Soljanka-Suppe, wobei die ehemalige DDR dieses Rezept für sich in Anspruch nahm. Die Suppe enthält neben Zwiebeln, Speck und Essiggurken vor allem Fleisch- und Wurstreste, die der Suppe das feine Aroma gaben und schlussendlich nach genügend langem Kochen eine sehr währschafte Mahlzeit ergab.
Als Zwischengang, zur Besänftigung des doch mit der Suppe stark beanspruchten Magens, servierten wir ein Kiwi-Sorbet mit Weinschaum, den wir für das vielleicht doch opulente Ostermenu als Zwischengang empfehlen. Umso mehr, als dieses Sorbet problemlos auch ohne Glacemaschine und mit sicherer Gelinggarantie zu machen ist. Für vier Personen werden sechs bis acht Kiwis geschält, mit 50 g Zucker und je einer kleinen ausgepressten Orange und einer kleinen ausgepressten Zitrone püriert und etwa drei Stunden tiefgekühlt. Hin und wieder etwas aufschlagen, damit die Fruchtmasse nicht grobkristallig gefriert. Serviert wird dieses Sorbet mit Zabaione oder auch mit einer Kugel Vanilleeis.
Ihre Gäste werden dann wieder mit grossem Appetit zum Hauptgang schreiten, welcher in der Simmechuchi aus einem saftigen Poulet bestand, das mit einem kräftigen Schuss Calvados flambiert wurde, um uns nochmals an einem beachtlichen Feuerwerk zu erquicken. Nun die Klimaanlage haben wir vorsichtigerweise vorher ausgeschaltet, um nicht die Zweisimmer Feuerwehr rufen zu müssen. Garniert wurde das saftige Poulet mit leicht gezuckerten und gebräunten Apfelscheiben sowie etwas Gemüse und Reis. Georges Kloos