Zweisimmen Jazz

Tomazobi-Konzert brachte das Beinhaus ins Wanken...

Es war mal wieder so ein typischer lauwarm-spätherbstlicher Zweisimmer Konzertabend. Ein Abend, an dem es mehr Weihnachtslichter als Schnee gab. Tomazobi, die Piratentroubaduren aus Bern machten Halt im kleinen aber feinen Beinhaus in Zweisimmen und knapp 80 Zuhörer waren zugegen und sehr gespannt auf dieses vorgeschobene Weihnachtsgeschenk, das doch dann nicht verloren ging. Und das was die jungen Entertainer vollbrachten, war für viele eine wahrhafte Überraschung – in einem Akt von Übermut musste dann auch der Fenstersims daran glauben.

Tomazobi im Beinhaus Zweisimmen

Tomazobi im Beinhaus Zweisimmen

Das erste Set war eingepackt in eine chaotische Weihnachtsgeschichte mit den drei Kläusen mit ihren Zipfelmützen und dem Absturz im Zmorgeland. Unterwegs mit dem Rentierschlitten verloren sie ihre Päckli-Ladung beim Anflug auf die Mina-Rette. Wohlwollend stand ihnen Mike Shiva bei, weil die böse Jshäx Gundula drohte, die ganze Fuehr zu Eiszapfen zu verzaubern. Die Vision, die Geschenke wieder zu finden, wurde bei der Luftschlacht mit den Flädermüüs in den Himulajabärgen arg strapaziert. Vorher gab es noch das Zwischenspiel des Inri in Aegypten bei den Pyramiden und den Tieren. Die Möve Pick und Moby Blau fehlten dabei so wenig wie der komische Schnabelvogel. Die Luftschlacht wurde dann im Jsschloss und im Stärnestoub entschieden. Die Putzequipe dankte diese ausserordentliche Konfettischlacht dann bis in die frühen Morgenstunden…

Kaum war der Glühwein ausgegangen, fand man sich schon im zweiten, anfänglich etwas ruhigeren Set von Tomazobi. Sie zogen dann sämtliche Register und präsentierten ihre Gassenhauer von Lulu (ir Badi tueni di häbe und säge i ma di body) zu Olive hin zum Kroki-Song. Ganz nach Mani Matter fehlte natürlich der traditionelle Troubadour-Drive nie und das ganze gipfelte in frivolen Rapeinlagen mit dem verhängnisvollen Jump auf das Fensterbrett, …et, …et. …et! Der Schock war nur von kurzer Dauer und schon ging es weiter mit dem Schlussmedley, wo den Beatles Tribut gezollt wurde. Das ganze natürlich auf Berndeutsch und mit viel Witz vorgeführt. Die wohl fast zweieinhalb freudvollsten und geschichtsträchtigsten Stunden im Beinhaus zu Zweisimmen gingen leider viel zu früh zu Ende. Die Jungs gaben zum Schluss alles, so dass sogar die Bernische Stromlieferantin Mühe mit Nachschub hatte. Julmarkuzobi

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Erstellt:
15.12.2011, 00:00 Uhr
Lesedauer: ca. 1min 52sec
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