Vernissage im Art Bistro

Vernissage im Art Bistro

Es ist Samstag, der 19. November 2011. Im Art Bistro an der Saanenstrasse in Zweisimmen sind die Schaufenster hell erleuchtet. Farbenfrohe Bilder sind darin ausgestellt und laden den Betrachter zum Eintreten ein. Es sind Fred Obrist und Werner Trachsel, zwei einheimische Künstler und Ele Nydegger, Galeristin, die heute ihre Ausstellung mit einer Vernissage eröffnen. Nach und nach füllen sich die Räume mit Gästen, welche die ausgestellten Bilder betrachten, mit einander plaudern und sich an den bereit gestellten Köstlichkeiten erfreuen.

Nun kommt Gusti Pollak, bekannter Kabarettist und Liedermacher. Er bittet um Aufmerksamkeit und würdigt die beiden Künstler. Die Landschaft sei es, sowohl im Kleinen wie im Grossen, die ihnen immer wieder Inspiration für ihr Schaffen ist, sie beflügle und ansporne zu neuen Möglichkeiten bildnerischen Ausdrucks. Er beschliesst sein Referat mit dem Hinweis auf das weitere Programm im Kirchgemeindehaus und einem selbst komponierten Lied mit dem Titel «Weites Land», das auf grossen Beifall stösst. Die Bilder zu betrachten, ist unterdessen schwierig geworden wegen der dichten Menge Menschen. Trotzdem bleiben Eindrücke zurück. Die Künstler unterscheiden sich sowohl in der Wahl von Materialien, Formaten und Techniken.

Werner Trachsels Werke wirken ausdrucksstark und farbenfroh oder geheimnisvoll-mystisch. Zum Teil sind sie in der Grösse überzeichnet wie das Bild «Die Silberdistel». Die meisten sind auf grossflächige Leinwände in Öl gemalt und zeugen von der tiefen Verbundenheit des Künstlers mit Bergen, Bächen, Bäumen und Blumen. Auf seinen Wanderungen sammelt er Eindrücke und setzt sie gestalterisch um. Aber auch seine Lust zum Experimentieren und Fabulieren zeigt sich in mehreren Exponaten, wie z.B. in seinen Vegetationsbildern.

Fred Obrists Stärken liegen in den graphischen Techniken wie Bleistift oder Tusche und im Aquarellieren. Da zeigt sich seine Liebe zum Detail. Der wache Blick für die Umgebung lässt ihn vor allem Stimmungen in der Landschaft umsetzen. Dabei spielt er mit Farben und Formen, setzt Akzente, löst Konturen auf, feine Nuancen wechseln sich ab mit praller Farbigkeit. Gut gewählte Ausschnitte aus Malereien werden zu kleinen Kostbarkeiten, die sich beliebig zu etwas Neuem zusammensetzen lassen.

Nun verlassen die Gäste nach und nach die Ausstellung und begeben sich ins Kirchgemeindehaus. Dort warten die Saanenlandstreicher mit ihren Instrumenten auf sie, um die Feier musikalisch zu «untermalen». Zur Freude der zahlreichen Zuhörer erklingen Melodien, die die Füsse zucken lassen und die Körper ins Schwingen bringen. Der Violonistin und Leiterin des Orchesters Nicole Frei gelingt es mit Rasse und Temperament ihre Mitspieler anzufeuern. Es ertönen Weisen, die an Salonmusik eines Kurorchesters erinnern. Der «Ungarische Tanz» von Brahms wird nach anhaltendem Beifall wiederholt. Darauf geht’s zum gemütlichen Teil über mit Speis und Trank vom schön dekorierten Buffet. Gegen zwanzig Uhr klingt der festliche Abend aus.

Es bleibt Dankbarkeit zurück für das Gesehene und Gehörte. Dank gebührt der Galeristin Ele Nydegger für die gebotene Plattform und den Künstlern, dass sie diese Plattform nutzen.

Die Ausstellung ist jeweils Donnerstag bis Samstag geöffnet, so dass man sich die Bilder in Ruhe ansehen kann.

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Erstellt:
24.11.2011, 00:00 Uhr
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