39. Internationale Skimeisterschaften der Bergführer in Sulden

39. Internationale Skimeisterschaften der Bergführer in Sulden

/
Aufmerksame Zuschauer vor Eindrücklicher Kulisse, v.l.n.r. Königspitze, Monte Ze...
Aufmerksame Zuschauer vor Eindrücklicher Kulisse, v.l.n.r. Königspitze, Monte Zebru und Ortler
Bei seriöser Rennvorbereitung hat man keine Augen für das Schöne..
Bei seriöser Rennvorbereitung hat man keine Augen für das Schöne..
Walter Rieder in seinem Element
Walter Rieder in seinem Element
Armin im Kampf gegen die Elemente
Armin im Kampf gegen die Elemente

Traditionsgemäss reisen wir am zweiten Wochenende im Mai irgendwo im Alpenraum in ein Bergdorf, um an den Internationalen Skimeisterschaften der Bergführer teil zu nehmen.

Italien war an der Reihe, so brachte uns die Reise nach Sulden im Südtirol. Bereits zum dritten Mal war das Dorf am Ortler Austragungsort dieses Anlasses.

Unser Bergführerverein Gstaad-Lenk zählt 48 Mitglieder. Ein Viertel davon ist auch dieses Jahr wieder mitgekommen und mit den sechs Begleiterinnen zählte unsere Delegation 18 Personen. Zum Vergleich: Aus Saas-Fee war ein Bergführer anwesend und aus Zermatt kaum ein halbes Dutzend…

Letztes Jahr im Zillertal wurde erstmals am Freitag vor dem samstäglichen Riesenslalomrennen ein Aufstiegsrennen durchgeführt. Auch dieses Jahr hat die für den ganzen Anlass verantwortliche Alpinschule Ortler am Freitag ein Aufstiegsrennen organisiert. Im weiteren wurde für den Freitag eine von einem einheimischen Bergführer begleitete Skitour auf die Suldenspitze und eine Führung durch das Dorf mit Besuch des Reinhold Messner Museums angeboten.

Sulden auf 1900 Meter über Meer ist in nächster Nähe umgeben von klingenden Namen wie Ortler 3905m, Monte Zebru 3740m, Gran Zebru oder Königspitze 3858m und Monte Cevedale 3769m. Das Bergdorf ist sowohl im Sommer für anspruchsvolle Hochtouren wie im Winter/Frühling für Dutzende von kleinen und grossen Skitouren- und Variantenmöglichkeiten ein Mekka für Bergfreaks… und Normale…

Wir, das heisst die nicht «Normalen», haben also am Freitag entweder am Aufstiegsrennen oder an der Skitour teilgenommen. Gestartet wurde das Rennen um 10 Uhr bei der Mittelstation der Staubachbahn auf 2190m. Die ganz gestörten liefen im Laufschritt die zuerst flache Piste Richtung Schaubachhütte hoch und bei der ersten Kurve war ein Drittel der Teilnehmer schon nicht mehr in unseren Blickwinkeln… Enfin! Irgendwann kamen auch wir beim Madritschjoch auf 3090m an, hier mussten so schnell wie möglich die Steigfelle abgenommen und die Bindungen und Tourenschuhe auf Skifahren umgestellt werden, um dann noch die ca. 300 Höhenmeter zur Madritschhütte, wo sich das Ziel befand, abzufahren. Gerüchten zufolge hatten einige, die erstmals mit der Handhabung der ultraleichten Dynafit-Bindung in Kontakt kamen, bei der Umstellung vom Lauf- in den Skimodus wertvolle Sekunden im Südtiroler Schnee liegen gelassen… hierzu gibt es leider keine näheren Angaben!

Das Streckenprofil wies ca. fünf Kilometer Distanz mit 900 Meter Höhendifferenz auf.

Auszug aus der Rangliste

Sieger wurde der Österreicher Peter Gross mit Jahrgang 1979, seine Zeit: 53.33 Min. Andreas Biberger mit 53.58 Min. wurde Zweiter und der 26-jährige Pitztaler Raphael Eiter wurde mit 58.05 Min. Dritter. Ältester Teilnehmer war der 71-jährige Gottfried Narr, seine Zeit: 2.48.21, bravo!

Unsere Teilnehmer: Christa 1.25.13, Bruno 1.11.52, Ueli 1.12.36, Christian 1.17.25, Arnold 1.20.56, Armin 1.21.01.

Auf der Terrasse der Madritschhütte mit ihrer einmaligen Aussicht zu Königsspitze, Zebru und Ortler wurden mit Radler und Knödel Durst und Hunger ausgiebig gelöscht und irgendwann tauchten alle wieder im Hotel zum Abendessen auf.

Am Samstag wurde die Luftseilbahn bereits um 7.30 Uhr geöffnet, damit sich alle rechtzeitig um 9.30 Uhr am Start zum Riesenslalom einfinden konnten.

Es wurde wiederum ein kürzerer Lauf, für alle Damen und für die Bergführer mit Jahrgang 1951 und älter ausgeflaggt. Der längere Lauf war für die Telemarkkategorie und alle Bergführer mit Jahrgang 1952 und jünger.

Dank den kalten Temperaturen und den ausgezeichnet präparierten Pisten am Madritschjoch auf ca. 2900 Meter über Meer fanden praktisch alle dieselben pickelharten Pistenverhältnisse vor.

Der älteste Teilnehmer war wie schon letztes Jahr der Engadiner Walter Belina mit Jahrgang 1919, eine bewundernswerte Persönlichkeit, immer fröhlich, gut gelaunt, gesund und verschmitzt… was wünschen wir uns alle? Ja, genau so älter zu werden…!

Auszug aus der Rangliste

Die schnellste Zeit auf dem kürzeren Lauf erzielte die Öztalerin Anita Gstrein mit 52.80 Sek. Schnellster Bergführer auf dieser Strecke wurde der Walliser Peter Stucky mit 55.33 Sek.

Unsere Teilnehmer: Adolf Hauswirth Jg. 1934, seine Zeit 1.25.28. Werner Imdorf wurde Zweiter in der Kategorie 10, Jg. 1937 bis 1941, seine Zeit 1.03.29. Walter Rieder Jg. 1951 wurde 11. mit 1.01.26, und Willy Romang Jg. 1951 mit 1.04.36 wurde 19. Bei den Damen wurde Ruth Oehrli zweite mit 54.35 Sek., Silvia Grundisch vierte mit 56.55 Sek. und Christa Hauswirth fünfte mit 57.53 Sek.

Auszug aus der Rangliste vom Langen Lauf

Kategorie Telemark: 4. Bruno Brand 1.17.57 (es fehlten 78 Hundertstel zum Podest), Kategorie VII: 1. Ueli Hauswirth 1.05.91; 4. Ueli Grundisch 1.10.67; 5. Sepp von Rotz 1.12.31; 12. Armin Oehrli 1.18.66 (wie gewohnt ohne Handschuhe… es sei aerodynamischer…) Kategorie VI: 5. Daniel Oehrli 1.06.50; 10. Arnold Hauswirth 1.13.33; Kategorie V: 1. Gotthard Gstrein (Tagessieger) 57.44; Kategorie IV: 11. Peter Sollberger 1.17.52; Kategorie III: 7. Christian Scheuner 1.16.49.

Leider konnten unsere Zugpferde Gusti, Reto und Marco dieses Jahr nicht mitkommen, somit konnten wir unsere Podestplätze der letzten Jahre in der Mannschaftswertung nicht verteidigen und wurden «nur» fünfte!

Interessierte können die Ranglisten auf der Webseite nachlesen.

Im Gegensatz zum Jahr 2002, als das Rennen letztmals in Sulden stattfand und unser Schlachtenbummler Kurt Annen auch mit von der Partie war, haben es dieses Jahr alle Saaner Bergführer zum abendlichen Galadinner in der Sporthalle geschafft…einer zwar wieder mit etwas Verspätung, wahrscheinlich hat er irgendwo auf dem Weg einen Schnupfhalt eingeschaltet… Diese Verspätung hinderte ihn aber wie üblich nicht, einige Knödels und Schinkens mehr zu verspeisen als Andere! Ohne Schlachtenbummler war aber die Après-Skiparty bei der Sportalm nur halb so intensiv ausgefallen… eigentlich schade!

Wir danken allen, die mitgekommen sind und freuen uns auf die Klettermeisterschaften Ende Oktober in Bozen und auf das nächstjährige Rennen in Tignes/Frankreich!

Jetzt widmen wir uns wieder unserer Haupttätigkeit, dem Führen von Kunden zu und freuen uns auch wieder einmal mit «Einheimischen» aus dem Saanenland und Obersimmental in die Berge zu gehen! Bergführerverein Gstaad-Lenk

Armin im Kampf gegen die Elemente

Armin im Kampf gegen die Elemente

39. Internationale Skimeisterschaften der Bergführer in Sulden

/
Aufmerksame Zuschauer vor Eindrücklicher Kulisse, v.l.n.r. Königspitze, Monte Ze...
Aufmerksame Zuschauer vor Eindrücklicher Kulisse, v.l.n.r. Königspitze, Monte Zebru und Ortler
Bei seriöser Rennvorbereitung hat man keine Augen für das Schöne..
Bei seriöser Rennvorbereitung hat man keine Augen für das Schöne..
Walter Rieder in seinem Element
Walter Rieder in seinem Element
Armin im Kampf gegen die Elemente
Armin im Kampf gegen die Elemente

Zum Artikel

Erstellt:
18.05.2011, 21:35 Uhr
Lesedauer: ca. 3min 58sec
Kommentare