Podiumsgespräch im Zeichen des Direktoren-Wechsels
GST benötigt grösseren finanziellen Handlungsspielraum
Einen Überblick über das vergangene Tourismusjahr und die Jahresrechnung erhielten die Besucher der Hauptversammlung von Gstaad Saanenland Tourismus am 15. März in Saanen. In einer Diskussionsrunde unter der Leitung von TV-Moderatorin Sonja Hasler standen der scheidende GST-Direktor Roger Seifritz und sein designierter Nachfolger Martin Bachofner Rede und Antwort.
Andrea Sprenger-von Siebenthal scheidet nach 9 Jahren engagierter Mitarbeit im GST-Vorstand aus. Roger Seifritz überreicht zum Dank ein flottes Präsent.
2009/10 geht statistisch als ein weitgehend unspektakuläres Jahr in die Geschichte der Tourismusregion Gstaad Saanenland ein. Die Gesamtzahl der Übernachtungen gegenüber dem Vorjahr lag mit plus 0,3 Prozent deshalb in etwa auf Vorjahresniveau.
Ferienwohnungen als stabilisierender Faktor
Interessant, weil ungewöhnlich, ist die saisonale Verteilung: Während im Winter ein Plus an Übernachtungen von 2,3 Prozent festgestellt wurde, verzeichnete das Sommergeschäft einen Rückgang in gleicher Höhe. Als stabilisierender Faktor erwiesen sich einmal mehr die Ferienwohnungen mit einem Zuwachs von ebenfalls 2,3 Prozent Übernachtungen.
«Schwarze Null» erwirtschaftet
Im abgeschlossenen Geschäftsjahr sind die Erträge von GST um drei Prozent gesunken. Grund dafür sind zum einen geringere Kurtaxen-Erträge, zum anderen aber auch sinkende Kommissionserträge durch den wohl auch künftig anhaltenden Trend hin zur Online-Buchung über internationale Internet-Portale. Die erwirtschaftete «schwarze Null» kam deshalb zustande, weil parallel zu den Ertragseinbussen der Betriebsaufwand gesunken ist. Allein die Personalkosten wurden um 120 000 Franken reduziert, indem frei werdende Stellen nicht neu besetzt wurden.
Sinkender finanzieller Handlungsspielraum
Das erklärte Ziel, so viel Cash Flow zu generieren, dass die eigenen Betriebsmittel regelmässig erneuert werden können, hat GST 2009/10 nur knapp erreicht. «81 Prozent der verfügbaren Mittel sind budgettechnisch gebunden. Mit den verbleibenden 19 Prozent ist GST nicht in der Lage, den anstehenden Herausforderungen des Marktes gerecht zu werden», verdeutlichte der scheidende Direktor die Situation. Vor diesem Hintergrund und im Wissen, dass die jüngste Anpassung der kommunalen Marketingbeiträge ein knappes Jahrzehnt zurückliegt, ist GST bereits mit Anträgen zur Mittelaufstockung an die grösste Gemeinde Saanen herangetreten und engagiert sich zudem aktiv für eine intensivere Einbindung des Kantons Bern analog zu anderen Tourismuskantonen.
Wahlen verlaufen erwartungsgemäss
Vorstandspräsident Andreas Hurni, Gstaad, und Vorstandsmitglied Jürg Schwenter, Schönried, wurden für jeweils eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Andrea Sprenger-von Siebenthal, Saanenmöser, schied aus dem Gremium statutengemäss aus. Darüber hinaus wurde das Vorstandsteam um zwei zusätzliche auf neun Mitglieder erweitert. Die Wahl fiel antragsgemäss auf die Hoteliers Christiane Matti, Gstaad, und Günther Weilguni, Saanen, sowie den Unternehmer Hans Ueli Brand, Feutersoey. In der Geschäftsprüfungskommission wurde Kurt Gyger, Vertreter der Gemeinde Saanen, für eine dritte Amtszeit bestätigt. Therese Aeschbacher wurde als Nachfolgerin von Kurt Beetschen und Vertreterin der Gemeinde Gsteig gewählt.
Alt und Neu stehen Rede und Antwort
Im Anschluss an die statutarischen Traktanden folgte der vom Publikum mit Spannung erwartete Teil des Abends: «GST auf Wechselkurs» lautete der Titel des Podiumsgesprächs mit dem scheidenden Direktor Roger Seifritz und seinem Nachfolger Martin Bachofner.
Unter der Moderation der bekannten TV-Journalistin Sonja Hasler standen beide Herren auch den Fragen der Anwesenden Rede und Antwort. Kerstin Sonnekalb
Gruppenbild mit dem für eine weitere Amtsperiode bestätigten Vorstandspräsident Andreas Hurni, dem künftigen Tourismusdirektor Martin Bachofner, dem scheidenden Roger Seifritz und TV-Moderatorin Sonja Hasler.