Öffentliche Verwaltungen als Tyrannen?
Alt-Grossrat Lorenz Kunz will keine Verwaltungsstellen im Schloss Wimmis! Nicht etwa aus finanziellen Gründen, sondern weil die öffentliche Verwaltung dem Schloss nicht würdig wäre bzw. somit vom Schloss aus die Bevölkerung weiter unterdrücken würde. Der Alt-Grossrat vergleicht Verwaltungsangestellte mit früheren Schlossherren und Landvögten, welche die Bevölkerung bis auf’s Blut ausgenommen haben. Unbestritten, öffentliche Verwaltungen können dem Bürger nicht immer jeden Wunsch erfüllen.
Unbestritten, es zahlt niemand gerne Steuern oder Abgaben. Aber, und das ist wichtig, öffentliche Verwaltungen tun nichts anderes, als gesetzliche oder behördliche Vorgaben zu erfüllen. Diese Vorgaben wiederum werden vom Stimmbürger oder einer vom Stimmbürger gewählten Behörde erlassen. Die Bevölkerung hat gegen fast jeden Entscheid irgend ein Rechtsmittel. Zusammen ergibt dies einen Rechtsstaat. Lange vorbei sind die Zeiten, wo Tyrannen in Schweizer Schlössern hausten und das Volk unterdrückten. Unklar ist nur, warum sie dem Alt-Grossrat aus der Nachbargemeinde immer noch einen so grossen Schrecken einjagen. Er darf sich gerne bei der Gemeindeverwaltung in Wimmis davon überzeugen, was bürgerfreundlicher Service von Tyrannei unterscheidet. Die Büros sind zwar nicht im Schloss, aber immerhin in Sichtweite davon. Es bleibt zu hoffen, dass der Kanton weniger von Vergangenheitsängsten geplagt ist und das Schloss Wimmis möglichst bald wieder als Verwaltungsstelle genutzt wird. Beat Schneider,
Gemeindeverwalter,Wimmis