Lebend gegen den Uhrzeigersinn

Schmunzelmann zur Sommerzeit

«Wir verfügen über eine innere Uhr, bei der alle Rädchen ineinander greifen müssen. Jede Form von Desynchronisation wirkt sich negativ auf unser Wohlbefinden aus.» Die Uhrenmanipulierer haben davon offenbar noch nichts mitbekommen. Vielleicht sollten sie einmal einen Chronobiologen konsultieren. Jetzt sind wir wieder einmal aus dem Takt, unser «Zeitmanagement» gerät ins Wanken, weil die Zeitumsteller am Werke waren. Wir Zeitgenossen leben schon zu oft gegen den Uhrzeiger-Sinn, von Zeitklau in stockdunkler Märznacht könnte man uns endlich verschonen. Die «Sommerzeit» ist sowieso ein Etikettenschwindel. «Sommerzeit klingt zwar nach Grillplausch, Badefreuden, Ferienträume, Sonnenschirm und Glacegenuss. Doch der Sommer beginnt bekanntlich nicht im März.

60 Minuten fehlen bis 30. Oktober

Die alljährliche Zeitumstellung ist unnötig wie ein Kropf. Längst haben diverse Studien bewiesen, dass die Umstellung keinen Energiespareffekt bringt. Morgens geht beim Heizen drauf, was abends an Lichtenergie gespart wird. Laut einer neuen Untersuchung steigt in den Tagen nach der Umstellung das Unfallrisiko. Die Erholung im Schlaf ist nachweislich schlechter. Es gibt in Expertengremien kaum jemanden, der die Zeitumstellung gut findet. Viele in der Bevölkerung pfeifen auf die «Sommerzeit, eben so wie der Chor der Singvögel die Frühlingssymphonie schmettert. Es gibt mittlerweile internationale Bestrebungen, die «Sommerzeit» abzuschaffen. Schmunzelmann schliesst sich mit einem tiefen Gähnen den Bestrebungen an, dem Eingriff in unseren Lebensrhythmus eine Absage zu erteilen. Der Mensch will überall korrigierend eingreifen, von unserer Lebensuhr, unserem inneren Rhythmus – alles im Körper unterliegt bekanntlich einem Takt – sollte er die Hände lassen. Roger R. Besson

PS. Konsequent sind jene Kühe, die ihre Milch konsequent – auch im Sommer – nur nach der «Winterzeit» geben.

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Erstellt:
13.04.2011, 17:22 Uhr
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