Orientierungsabend zu den geplanten Ortsdurchfahrten in Boltigen
Am Dienstagabend fand in der Mehrzweckhalle Reidenbach eine Orientierung über das Betriebs- und Gestaltungsprojekt der Kantonsstrasse 11 im Raum der Gemeinde Boltigen statt.
Kreisoberingenieur Markus Wyss beim Schlusswort. Links vorne Gemeinderatspräsident Res Hutzli, rechts vorne Kulturingenieur Pascal Weber.
Gemeinderatspräsident Res Hutzli gab bekannt, dass am 1. April schon eine Orientierung der betroffenen Eigentümer stattgefunden habe, und der Kreisoberingenieur des Berner Oberlandes, Markus Wyss, ergänzte, man habe mit einer Begleitgruppe zusammengearbeitet, die mit einheimischen Personen besetzt war: Res Hutzli, Rudolf Matti, Werner Dänzer, Hans Bettler, Hans Matti, Reidenbach, Peter Fahrni, Annelies Poschung, Werner Beyeler, Hatem Gaber und Anton Lörtscher. Ausgelöst habe die Aktion eine Korridorstudie «Simmental», die Verbesserungen der Verkehrssicherheit als Ziel anvisiere. Landschaftsarchitekt Pascal Weber vertrat die Planungsfirma Weber+Brönnimann.
Mit gestalterischen Massnahmen sollen Defizite korrigiert werden
Anhand von Plänen erklärte er, wie vorgegangen wurde. Zuerst wurde der Ist-Zustand analysiert, dann die verkehrstechnischen und gestalterischen Grundsätze des Konzepts festgelegt und schliesslich die Massnahmen in den drei Dörfern Boltigen, Reidenbach und Weissenbach ausgearbeitet. Als Hauptdefizite erkannte man ungenügende Vorzonen von Gebäuden, fehlende Fussgängerverbindungen, zu hohe Geschwindigkeiten innerorts, Unübersichtlichkeit bei Einmündungen und fehlende erkennbare Dorfeingänge. Diese Defizite will man nach gestalterischen Grundsätzen korrigieren. Eingangstore werden mit bremsender Verkehrsteilung besser markiert, Vorzonen sollen mit erweitertem Trottoirangebot geschaffen werden. Velo- und Fussgänger müssen mit Übergängen und Abbiegespuren mehr Sicherheit erfahren. Es wird auch angestrebt, eine Ortsmitte zu schaffen, wo sich das Dorfleben abspielt. Eine klare Begrenzung der Strasse soll mit einem farbigen Streifen erreicht werden, und mittels Bodenwellen könnten Geschwindigkeitsüberschreitungen Beschränkung erfahren.
Füssgängerstreifen mit Mittelinseln
In Boltigen ist vorgesehen, bergseits ein Trottoir zu schaffen und die Strasse im Raum Bärenparkplatz etwas talseits zu drücken. Auch in Reidenbach erfährt die Strasse eine kleine Verschiebung nach Süden, und die Fussgängerübergänge erhalten in der Mitte kleine Schutzinseln. Diese Massnahme wird bei allen Übergängen zum Tragen kommen. Ein durchgehendes Trottoir bergseits ist auch in Weissenbach vorgesehen, wobei ab dem Haus Allemann bis zum Stützli der Gehweg oberhalb der bestehenden Stützmauer, zum Teil über einen Steg führend, erstellt werden soll. Die Haupt-Problematik «Tempobolzen» in Weissenbach könne mit der Erweiterung der 50er Zone gemildert werden. Die Zuhörer konnten die detaillierten Pläne besichtigen, wobei sich angeregte Diskussionen entwickelten. Zum Beispiel verschwindende Parkplätze bei den Häusern und fehlende Räume für anliefernde LKW zu Geschäften sorgten für Gesprächsstoff. Markus Wyss erklärte in seinem Schlusswort, dass Verbesserungen eben auch Veränderungen erforderten. Niemand habe mehr Recht auf der Strasse, weder Automobilisten noch Velofahrer oder Fussgänger. Wichtig sei, dass jetzt orientiert werde. Detailänderungen seien immer noch möglich, es seien Einzelgespräche nötig. Auf die Frage, wer die Kosten trage, erfuhr man, dass der Kanton die Veränderungen finanziere, ausgenommen den Fussgängersteg in Weissenbach. Er und auch Gemeinderatspräsident Res Hutzli riefen dazu auf, das Mitwirkungs-Verfahren bis zum 22. Mai zu benützen. Gemeindeschreiber Rudolf Matti konnte den Interessierten die entsprechenden Fragebogen vor Ort verteilen. Weitere Formulare können bei der Gemeindeverwaltung bezogen werden.
Hans Jungi