Frauenverein Diemtigtal ist 100-jährig: «Chüechlitag» zum Jubiläum
Am Sonntagmorgen, 22. April war die Mehrzweckhalle der Schulhausanlage Oey schon kurz nach der Öffnung bis auf den letzten Stuhl voll besetzt. Die 100 Jahr Jubiläumsfeier mit «Chüechlitag» und Frühstücksbuffet fand grossen Anklang. Der Duft von Rösti und Spiegeleier lag in der Luft. Dazu standen auf den schön gedeckten Anrichtetische reichhaltige Käse- und Fleischplatten. Diverse selbst gemachte Konfitüren und Butter, dazu Zopf und Brot, einfach alles was zu so einem Buffet halt gehört. Zwischendurch wurde durch die Jodlergruppe Männlifluh auch etwas für Herz und Seele präsentiert. Abwechslungsweise lasen zwei Mitglieder des Frauenvereins einige Auszüge aus den früheren Protokollen vor.
Die Gründerinnen des Vereins sind leider nicht bekannt, da vor dem Jahr 1937 keine Protokolle mehr vorhanden sind. Ab diesem Jahr sind alle da, zum Teil noch fein säuberlich von Hand geschrieben. Erst Gritli Bauer-Kunz begann die Protokolle mit Maschine nieder zu schreiben. Früher war es eine Ehre zum Frauenverein zu gehören. Heute sind 220 Frauen dabei, auch auswärtige, die treu den Jahresbeitrag von nur 15 Franken bezahlen. Früher war das Kurswesen sehr wichtig. Da wurde Hauswirtschaft, Nähen, Kochen und vieles mehr angeboten.
Wilhelmine Wiedmer aus Zwischenflüh, war die erste Frau, die gegen ein kleines Salär half, wo immer es nötig war, vorwiegend bei Wöchnerinnen. So war auch zu erfahren, dass während dem letzten Weltkrieg jeder Mann, der über Weihnachten im Aktivdienst war, ein kleines Geschenk bekam. Der Gemeinderat spendete 150 Franken dazu. Im Päckli befand sich ein Nastuch, ein Stumpen, ein Lebkuchen und ein von einem Schulkind geschriebener Brief. Oder da waren Italienische Internierte im Tal, die in Baracken wohnten und bei der Bewältigung der Schäden durch ein Hochwasser bei der wieder-Instandstellung halfen. Die Frauen der kleinen Orte teilten sich die Arbeit der Instandhaltung der persönlichen Wäsche dieser Männer auf. Immer wenn Not am Mann war, standen die Frauen bereit. Sie betrieben Sammelstellen während des Krieges, strickten Socken und gaben verbilligtes Obst und Gemüse ab.
Es war sehr interessant, was man da zu hören bekam. Abgelöst wurden die Vortragsrednerinnen durch einen etwas verrückten Velo Sportler (dem Komiker Stoeff aus Spiez), der gerade einen Sturz hinter sich hatte. Gekonnt und lustig erzählte er aus seinem Leben und erntete so viele Lacher.
Präsidentin Heidi Wampfler, Bächlen, bedankte sich auch für die Unterstützer: Gemeinde und KirchgemeindeDiemtigen, AEK Bank und dem «Ameisenverein» (Untergruppe von Frauen aus Bern), die sehr viel für den Frauenverein Diemtigtal tun. Im Moment sind 14 Frauen im Vorstand, auch sie leisten immer grossen Einsatz.
Ab 13 Uhr wurden die süssen Sachen aufgetragen. Auch da waren wiederum fleissige Hände am Werk, da lief einem schon beim Anschauen das Wasser im Munde zusammen.
Auf jeden Fall war der Anlass von Erfolg gekrönt, grossen Dank an alle Frauen des Vereins. Edith Kammer