Fermel: Viehzucht-Jubiläum vor imposantem Bergpanorama
Bea, die stolze Simmentalerin, wurde an der Jubiläumsschau der Viehzuchtgenossenschaft Fermel zur Miss erkoren. Auch Regierungsrat Andreas Rickenbacher war vom gepflegten Viehbestand im Fermel beeindruckt.
Auf dem Viehschauplatz im Fermel herrschte zum 100-Jahr-Jubiläum Hochbetrieb. Am Gegenhang sind die Zeichen des Winters noch sichtbar und der Schnee liegt noch nah. Bilder: Fritz Leuzinger
Im Fermeltal auf rund 1400 Meter über Meer feierte die Viehzuchtgenossenschaft (VZG) Fermel ihr 100-Jahrjubiläum. VZG-Präsident Johann Gobeli war der Züchterstolz anzusehen: «Trotzdem fast jeder einem Nebenerwerb nachgehen muss, ist es schön als Bauer mit der ganzen Familie die Viehzucht zu erleben und in der Landwirtschaft zusammen zu arbeiten.» Der Pausenplatz der Gesamtschule wurde für viele Zuschauer zum Festplatz. Auf diesem wurden die Herdenbuchtiere der elf Züchterfamilien, 107 Kühe und 20 Gusti, den Zuschauern vorgestellt.
Die Gründung der VZG Fermel im 1912 hatte wirtschaftlichen Aspekt. Ueli Stucki, Zuchtbuchführer: «Nicht jeder Betrieb konnte sich ein eigener Muni für die Zucht leisten. 14 Bauern mit Interesse an der Viehzucht haben sich im Fermel zusammengeschlossen um einen prämierten Zuchtstier zu kaufen. Letztmals war dies vor bald 50 Jahren der Fall.» Mit Erfolg kämpfte man im Fermel bereits 1956 gegen die Zentralisierung der Vieh- und Beständeschauen. Dank dieser Intervention hielt im Fermel der traditionelle Anlass bestand.
Faszinierte Ehrengäste
Die Viehschau der gepflegten Zuchtviehbestände im schönen Hochtal oberhalb Matten (St.Stephan), widerspiegelt die Berglandwirtschaft auf eindrückliche Weise. Regierungsrat Andreas Rickenbacher, Berns Volkswirtschaftsdirektor, hat die oft erschwerten Arbeitsbedingungen der zwischen den Lawinenzügen lebenden Bergbauernfamilien erkannt: «Ich bin beeindruckt im ganzjährig von Familien bewohnten Fermeltal so schöne Kühe aus allen drei Sektionen anzutreffen. Ich hoffe, dass letztendlich alle mit den Bewertungsnoten zum Jubiläum zufrieden sind.» Rund um den Laufsteg waren die beiden Nationalräte Erich von Siebenthal, Saanen und der Emmentaler Andreas Aebi aus Alchensdorf, als Präsident von Swissherdbook, anzutreffen. Beide verfolgten mit einigen geladenen Grossräten und Ehrengästen auf den Strohballen sitzend das Geschehen im Ring.
Höhepunkt war die Misswahl
Bei der Prämierung gab es keine Unterschiede der Sektionen wie reine Simmentaler, Swiss Fleckvieh oder Redholsteiner. Es wurde dem Alter entsprechend in acht Klassen rangiert. Im Fachjargon der Experten waren das Fundament, die Flankentiefe, das Zentralband, das adrige Euter, die obere Linie und der Ausdruck eine geläufige Wortwahl bei der Präsentation. Auf die Züchter und ihre erstprämierten Tiere warteten zum Jubiläum schöne Treicheln und Glocken mit gestickten Riemen.
Der krönende Abschluss waren die Misswahlen. Mit einem Klaps auf den Hintern ernannten die Experten die reine Simmentalerin Bea zur Miss Fermel. Mit einem wahren Luftsprung sprang Moderator Ueli Stucki in den Ring und umarmte seine Patricia. Nach einer kurzen Pause meinte er: «Es ist schon etwas Besonderes ausgerechnet am Jubiläum die Miss aus eigener Zucht stellen zu dürfen. Die Treichel wird vorerst in der Stube einen Ehrenplatz erhalten.» Nicht minder Freude hatten OK-Präsident Johann Gobeli mit seiner Frau Silvia bekundet. Ihre Red Holsteinerin «Coca» wurde zur Miss Schöneuter gekürt. Aus 14 Paaren im erstmaligen Mutter/Tochter Cup holte sich Mutter Palme mit Tochter Pinia die Ehrenglocke «Hotel Alpenrose» in den Stall von Daniel Gobeli.
Fritz Leuzinger
Beim Apero mit Hobelkäse und Züpfe. Regierungsrat Andreas Rickenbacher zusammen mit OK-Präsident Johann Gobeli und seiner Frau Silvia als Betreuerin der Ehrengäste.
Miss Schöneuter Coca und Miss Fermel Bea gratulieren sich gegenseitig. Gross ist die Freude bei Johann und Silvia Gobeli und bei Patricia und Ueli Stucki.
Belinda aus der Klasse 6 hat den grössten Eiweissgehalt. Sie liess sich vom swissherdbook-Präsidenten, NR Andreas Aebi im Beisein von Besitzer Ueli Stucki und seinem Lehrling Dani Eschler die Ehrenglocke umhängen.
Geschwister Schmid mit ihrem Kälbli an der Nachwuchs-Viehschau.
Züchterstolz bei Patricia und Ueli Stucki mit Kuh Bea als Miss Fermel. Die Treichel der Emmental Versicherung übergab Jürg Grünenwald.
Hochkarätige Ehrengäste beobachten das Geschehen im Ring:. Nationalrat Erich von Siebenthal, Grossrat Thomas Knutti, Nationalrat Andreas Aebi, Regierungsrat Andreas Rickenbacher und Kilian Wyssen.