Kirchensonntag im Kirchenraum Matten

Freiwilligen-Arbeit als wichtiger Beitrag zur Gesellschaft

Freiwilligen-Arbeit als wichtiger Beitrag zur Gesellschaft

Arbeit, die nicht bezahlt wird, ist doch nichts wert, so könnte man sagen. Ist es aber wirklich so? Gibt es nicht Arbeit, die man gar nicht bezahlen kann, weil sie ganz einfach zu kostbar ist, um nur mit Geld zu begleichen? Paulus motiviert uns. Lasset uns Gutes tun.

Fangen wir in unserer nächsten Umgebung an. In der Familie macht man manches dem Nächsten zu liebe. Die Kinder stehen vor einem Berg Aufgaben aus der Schule. Da ist es willkommen, wenn die Mutter das Meerschweinchen füttert oder sogar mistet, auch wenn das so nicht abgemacht war. Der Vater kommt spät von der Arbeit nach Hause und das Auto müsste noch in die Garage. Der Sohn hat das schon erledigt. Wie gut solch Taten doch tun.

Das Grosi im Heim kann nicht mehr alleine spazieren gehen. Da kommt ein guter Mensch und begleitet es zum Lenkersee, hernach vielleicht sogar zum Kaffee. Ist es nicht beglückend, wenn so ein runzeliges Gesicht zu strahlen beginnt. Treffen diese Strahlen nicht das Herz und tun einfach nur gut? Könnte man sagen. Freiwilligenarbeit macht glücklich. Kann man dieses Glück kaufen? Nein das sind unbezahlbare Werte.

Jeder Verein leistet einen wichtigen Beitrag zu unserer Gesellschaft. Im Sport geht es nicht nur um Leistung. Da ist das gemeinsame Interesse sicher im Vordergrund. Bestehen in einem Team stärkt uns auch im Beruf. Den Leuten, die einen Beitrag leisten, der nicht bezahlt wird in unserer Gesellschaft, soll heute gedankt werden. Sie machen das sehr oft jahrelang aus lauter Freude an der Sache. Sie nehmen oft sogar Ärger in Kauf und setzen sich dennoch wieder ein, damit der Verein oder das Team weiter bestehen bleibt. Unsere Gesellschaft oder wir brauchen all die Freiwilligen, damit es uns wirklich gut geht. Leuchtende Kinderaugen, die voller Hunger auf das Leben sind, sehen wir oft nur bei einer Tätigkeit, die jemand freiwillig vorbereitet hat. Wie arm wäre doch unser Leben ohne die Freiwilligenarbeit. Den Dank kriegen wir nicht in Franken. Um den Lohn zu empfangen müssen, wir unsere Herzen und Augen öffnen. Freiwilligenarbeit spürt man unter der Haut und nicht im Lederbeutel.

Unsere Gemeinde besteht zu einem grossen Teil aus solcher Arbeit. Leider ist es oft schwierig Leute zu finden, die mithelfen. Wir möchten alle, denk ich, unsere Gemeinde eigenständig behalten. Das geht aber nur wenn alle einen Beitrag leisten. Die Freiwilligenarbeit ermöglicht uns eigenständig zu bleiben. Ist das nicht auch ein Wert, den wir uns erhalten sollten? Oft hört man in dem Zusammenhang, ich hab keine Zeit. Wäre es vielleicht nicht ehrlicher, wenn man sagen würde, es ist mir zu wenig wichtig, dass ich mir Zeit dafür nehme.

Gott ging für uns freiwillig ans Kreuz. Danken wir ihm indem wir freiwillig unseren Mitmenschen einen Dienst tun. Wir selber können ja auch nur gut leben, weil andere etwas umsonst für uns tun.

All die Blumen lässt unser Schöpfer freiwillig für uns blühen. Sogar im Winter entstehen Eisblumen einfach nur zu unserer Freude. Freiwilligenarbeit, ob von uns oder von Gott, ist ein Geschenk. Geschenke sind eine wertvolle Gabe. Aber lassen wir uns nicht nur beschenken. Schenken wir auch ein wenig Glück.

Paulus schrieb: Lasset uns gutes tun und nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Galaterbrief 6.9

Unbezahlbare Geschenke haben einen besonderen Wert. Glücklich leben ist so ein Wert. Freiwilligenarbeit verhilft uns zu diesen Werten. Freude am Leben haben wir nur, wenn wir glücklich sind. Lebensfreude ist auch ein unbezahlbarer Wert. Ohne Freude am Leben verkümmern wir. Diese Art Arbeit brauchen wir alle. Möchten wir doch alle freudig durchs Leben gehen. Gerade ältere Menschen oder solche, die nicht so im Wohlstand leben wie wir, verlieren oft ihre Lebensfreude. Schenken wir doch denen unser Wohlwollen. Vielleicht gewinnen wir sogar wertvolle Freunde. Freunde sind auch ein Geschenk. Was gibt es schöneres als eine jahrelange Freundschaft.

Menschen, die freiwillig Gutes tun, sind für mich wie «Steinmandli» am Wegrand. Sie weisen uns mit ihrem Dienst den Weg auf den Gipfel, wo wir glücklich die Aussicht geniessen dürfen. Sie tun das ohne Verlangen nach Gut und Geld. Aber dennoch gehört ihnen die ganze Welt. Mit Gottes Hilfe und unserem Willen können wir alle «Steinmandli» sein.

Nach dieser Predigt von Elisabeth Beutler, erzählte uns Moses Kuruc von seinen freiwilligen Einsätzen in Indien. Er tat dies sehr anschaulich und wir hätten sicher alle noch viel länger zugehört. Bei dem Bild, dass es Ratten und Schlangen in den Dächern hat, ging ein allgemeines Schauern durch die Runden. Ja, könnten wir dies alles tun. Moses erklärte uns, dass er ganz bewusst Indien genommen hat und nicht St.Stephan. Auch hier in der Gemeinde beteiligt er sich freiwillig an Projekten und es geht ihm um die Sache und nicht um Ansehen.

Beim Kirchenkaffee wurde noch rege miteinander gesprochen. Allen ein ganz herzliches «vergälts Gott». Brigitte Riesen

Kirchgemeinderatspräsidentin

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Erstellt:
10.02.2011, 00:00 Uhr
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