Gemeindeversammlung

Gemeindewahlen und Steuersenkung auf 1,84 Einheiten

Ein Viertel der Stimmbürger von St. Stephan wählte Fritz Perren (EDU) zum Gemeindepräsidenten und bestellte einen Teil des Gemeinderates neu. Die gute Finanzlage erlaubte eine Steuersenkung von 2,04 auf 1,84 Einheiten.

Gemeindewahlen und Steuersenkung auf 1,84 Einheiten

Nach sechs Jahren im Amt des «höchsten St. Stäphner» hat Hans Grünenwald seinen Rücktritt erklärt. Für die restlichen zwei Jahre der laufenden Amtsdauer wurde Fritz Perren (EDU) als Gemeinde- und Gemeinderatspräsident still gewählt. Nach acht Jahren im Gemeinderat ist es Perren ein Anliegen, zu aktuellen Projekten unter anderen wie dem Kleinkraftwerk in Zusammenarbeit mit der BKW, der Flugplatzbenützung, dem Schulwesen und der Umstrukturierung im Altersheim Lösungen zu erarbeiten. Als Gemeinde- und Gemeinderatsvizepräsident konnte Arnold Matti (FDP) als gewählt erklärt werden.

Die vier Neuen

Als Folge der Amtszeitbeschränkung mussten in St. Stephan die Gemeinderäte Fritz Perren, Luzia Wyssen, Hans Rudolf Bühler und Ueli Stucki zurücktreten. Mit einer Wappenscheibe und einem Blumenstrauss wurden die ausscheidenden Amtsträger verabschiedet. Sechs Kandidaten bewarben sich bei den Teilerneuerungswahlen um die vier Sitze. Aus der Mitte der Versammlung kamen keine weiteren Vorschläge. Die Stimmbeteiligung lag bei 25,25 Prozent. Bei einem absoluten Mehr von 121 Stimmen standen auf den 240 Stimmzetteln 197 Mal die Namen Jürg Grünenwald und Christian Moor (beide SVP). Ruedi Werren konnte 166 und Käthi Rösti 135 Stimmen auf sich vereinen. Beide sind parteilos, wurden aber von der FDP vorgeschlagen.

Unumstritten war die die Wahl von Eveline Bühler (SVP) in die Rechnungsprüfungskommission. Sie ersetzt Sonja Perren. Für eine zweite Amtsdauer bestätigt wurden Roland Beutler und Heidi Perren in der Volksschulkommission. Bedingt durch den bevorstehenden Altersrücktritt von Finanzverwalter Johann Zahler änderte St. Stephan im Mai die Gemeindeordnung. Die Aufgaben von Gemeindeschreiber und -Kassier wurden in einer Stelle in die eines Gemeindeverwalter vereint. Als einziger Bewerber auf die Stelle wurde der bisherige Gemeindeschreiber Beat Zahler zum ersten Gemeindeverwalter von St. Stephan gewählt.

Die Gemeinde ist gut bei Kasse

Die Gemeindefinanzen konnten in den letzten Jahren gefestigt werden. Bei einem Umsatz von rund 5,4 Millionen Franken wird für das Jahr 2008 ein Aufwandüberschuss von 53216 Franken budgetiert. Auf Grund der guten Finanzlage und der umsichtigen Planung durfte der Gemeinderat der Bevölkerung ein Geschenk von zwei Steuerzehntel machen. Durch die Reduktion von 2,04 auf 1,84 Einheiten verringere sich der Steuerertrag um rund 190000 Franken, hiess es.

Die Investitionen von geplanten 1,229 Millionen werden die Gemeindekasse mit 923000 Franken belasten. Zu den wichtigsten Projekten gehört die beschlossene Sanierung «äusseres Gässli» mit Kosten von 180000 Franken. Für die Gesamtsanierung mit einer Sammelentwässerung der äusseren Dorfstrasse wählten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die teuerste Variante von 160000 Franken.

Auch werden die Änderungen im Personalreglement auf den 1. Mai 2008 in Kraft gesetzt. Diese wurden mit der Einführung des Gemeindeverwaltermodells überarbeitet. Ebenso wurde die Zonenplan-Änderung gut geheissen. Mit der Zusage durch des kantonalen Amt für Gemeinden und Raumordnung steht der Umzonung der Parzelle 916 aus der Landwirtschafts- in die Bauzone nichts mehr im Wege.

Lehrer Beat Radelfinger geehrt

Nach 36 Jahren als Schulmeister im Fermel und Matten ging am Schuljahrende Lehrer Beat Radelfinger in Pension. Radelfinger zog 1971 die Schulstuben von St. Stephan denjenigen von Brienzwiler vor. Sein Engagement galt nebst der Schule auch der Öffentlichkeit, besonders der Feuerwehr. Er kommandierte das erste TLF und war als Instruktor in Feuerwehrkreisen eine bekannte Grösse. Es lag den Gemeindebehörden am Herzen die grosse Arbeit auch von Beat Radelfinger mit der Wappenscheibe und einem Blumenstrauss zu würdigen.

«Keine Polemikdiskussion»

Der abtretende Gemeindepräsident Hans Grünenwald orientierte die Versammlung über das Spitalprojekt Saanenmöser der STS AG. Er äusserte als ehemaliger Spitalabgeordneter den Wunsch, dass um das gegenwärtig brisanteste Thema im Obersimmental «keine Polemikdiskussion» geführt werde. Es gebe noch viele offene Fragen zu klären. Grünenwald gab das Ergebnis des kürzlichen Treffens der Gemeindepräsidenten mit Grossräten und zwei kompetenten STS-Verwaltungsräten weiter: «Die STS AG wird dazu angehalten, den Standort des Akut-Spitals Zweisimmen nochmals eingehend zu prüfen. Es bedingt zudem eine sachliche und offene Diskussion, damit es nicht nur Verlierer auf der ganzen Linie gibt.» Bild und Text: Fritz Leuzinger

St. Stephan hat gewählt. Von links: Gemeinde(rat)präsident Fritz Perren, sein Vize Arnold Matti und die Gemeinderäte Jürg Grünenwald, Käthi Rösti, Christian Moor und Ruedi Werren.

Fritz Perren (EDU) Gemeinde- und Gemeinderatspräsident von St. Stephan.

Gemeindewahlen und Steuersenkung auf 1,84 Einheiten

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Erstellt:
06.12.2007, 12:00 Uhr
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