Zweisimmen Jazz

Die Hujässler begeisterten im Bären

Im Gasthof Bären in Zweisimmen spielten auf Einladung des Zweisimmen Jazz Club die «Wätterschmöcker»-Musiker «Hujässler». Allfällige Skepsis war bald verflogen und die vier Innerschwyzer Mannen begeisterten mit ihrer neuen Volksmusik.

Die Hujässler begeisterten im Bären Zweisimmen mit neuer Volksmusik.

Die Hujässler begeisterten im Bären Zweisimmen mit neuer Volksmusik.

Ein Volksmusik-Abend der etwas anderen Art erlebten die ZuhörerInnen am vergangenen Samstagabend im Gasthof Bären in Zweisimmen. Zwar ertönten die zu traditionellen Innerschweizer Volksmusikkappellen gehörenden Instrumente Schwyzerörgeli, Klarinette, Klavier und Bassgeige. Eher ungewöhnlich waren für einige wohl der Organisator – Zweisimmen Jazz Club – der Name der auftretenden Kappelle – «Hujässler» – und natürlich die Klänge, die zu hören waren.

Weite Auslegung des Begriffs «Volksmusik»…

Eröffnet wurde der Abend nämlich mit einem eher ruhigen, für an «Volkstümliche Musik» gewöhnte Ohren etwas schräg klingenden Stück. Aber schon mit dem darauf folgenden Schottisch bewiesen die vier Musiker, dass sie auch ganz traditionell aufspielen können. Hinter dem Namen «Hujässler» stehen jene vier Musiker, die den Film «Wätterschmöcker» musikalisch untermalt hatten. Das sind Dani Häusler an Klarinetten und Bassetthorn, Markus Flückiger, Schwyzerörgeli (er hatte gleich vier dabei, um die verschiedenen Tonarten abdecken zu können), Reto Kamer am Klavier und Sepp Huber am Bass. Humorvoll führte Dani Häusler durch das Programm und erklärte, dass sie den Begriff «Volksmusik» gerne etwas weit auslegen. Dies war denn auch gut zu hören im rund zweieinhalb Stunden dauernden Konzert.

In zwei Sets präsentierten die Hujässler ein «Best Of-Programm» (Zitat Häusler) ihrer acht bisher erschienen CDs. Die mit so originellen Titeln wie «Tschillaut» aus der «Wätterschmöcker»-CD, oder «Fägnäscht» (CD «Mälchfett») versehenen Stücke tönen auch so. Sie waren gespickt mit Takt-, Rhythmus- und Tonartwechseln, ungeraden Metren und klangen einmal melancholisch wie Klezmermusik, dann wieder spontan und lüpfig. Die unglaubliche Fingerfertigkeit von Dani Häusler an seiner Klarinette und Markus Flückiger am Schyzerörgeli liess einen an die rasanten Läufe der Balkanmusik erinnern, um sogleich wieder klagende Töne anzuschlagen, als wären sie im tiefsten Mittelalter komponiert worden. Die vier Innerschweizer wählten einen guten Mix aus wechselnden Tempi, leiseren und lauteren Tönen.

…ohne die Wurzeln zu vergessen

Die Hujässler dehnen den Begriff «Volksmusik» tatsächlich weit, ohne jedoch deren Wurzeln zu leugnen. Ausser der ersten Zugabe waren alle gespielten Stücke des Abends Eigenkompositionen der vier Musiker - originell und witzig, aber in der traditionellen Innerschweizer Art gehalten. Der Auftritt der Hujässler war ein erfrischender und abwechslungsreicher Farbtupfer im breiten Angebot an Volkmusikkonzerten in der Region. Und das Ganze notabene, mit Ausnahme des E-Piano, ohne jegliche Verstärkung präsentiert. Das Publikum im praktisch ausverkauften Bären war begeistert und es wurde von den Hujässlern mit nicht weniger als vier Zugaben verwöhnt!

Kilian Gobeli

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Erstellt:
29.03.2012, 15:46 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 15sec
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