Marc Jost schreibt in seinem Inserat gegen die Spitalstandort-Initiative, dass Gesundheitsfachpersonen Routine brauchen, dass die Initiative Abteilungen künstlich am Leben halte und somit der Versorgungsqualität schade. Typische unqualifizierte, nachgeplapperte Aussagen aus dem Nein-Komitee. Ich hätte von Marc Jost eigentlich mehr recherchierte Sachlichkeit erwartet. Gerade die Routine wird oft zur Gefahr (z.B. Verwechslungen bei Eingriffen oder von Patienten). Hingegen braucht es einen grossen Rucksack an Berufserfahrung. In Grosskliniken werden Patienten von vielen, zumTeil auch von jüngeren Ärzten in Ausbildung behandelt, während in den peripheren Spitälern in der Regel die Chefärzte die Patienten persönlich kennen und betreuen und so für hohe Qualität sorgen. Die im Rahmen der Grundversorgung im Landspital durchgeführten Eingriffe sind in aller Regel standardisiert und ein Chirurg operiert sicher zahlenmässig nicht weniger als seine Kollegen im Grossspital, wo die höhere Anzahl Eingriffe auf ein Vielfaches an Operateuren verteilt wird. Ist es nicht widersprüchlich, wenn man für die noch verbleibenden Landspitäler grosse Fallzahlen für Routineeingriffe als Qualitätskriterium verlangt und gleichzeitig, wohl aus Prestigegründen, akzeptiert, dass für die komplexe Transplantationschirurgie im Zentrumsspital Fallzahlen zwischen 10 bis 20 Eingriffen jährlich ausreichen? Die Gegner der Spitalstandort-Initiative wollen den Spital AGs die Option offen lassen, nach Belieben auf dem Land die Spitalgrundversorgung abzubauen. Dies geht an die Substanz und bedeutet echter Qualitätsabbau zu Lasten der Landbevölkerung. Im planlosen und unkoordinierten Wettrüsten der Spital AGs mit Investitionen von hunderten von Millionen Franken geht die Frage vergessen, welche Versorgung unsere Bevölkerung braucht. Nein, man konzentriert sich darauf, der Konkurrenz im Pseudowettbewerb zuvorzukommen und den Markt für sich zu besetzen. Die Kosten für diese hemmungslose Entwicklung werden wir alle in Form von noch steiler steigenden Krankenkassenprämien und Steuern bezahlen.mehr...