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Naturpark Diemtigtal

Unterwegs durch die Bergahornlandschaft im Meniggrund

Oh du schöne Landschaft! Als der Berner Heimatschutz Region Thun Kandertal Simmental Saanen die Verantwortlichen des Naturparks Diemtigtal anfragte, ob das Diemtigtal nicht Teil der diesjährigen Veranstaltungsserie sein möchte, die durch den Schoggitaler-Verkauf ermöglicht wird, mussten sie nicht lange überlegen und schrieben eine geführte Herbstexkursion mit Dr. Thomas Kiebacher in die Bergahornlandschaft im Meniggrund aus.

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Unterwegs durch die Bergahornlandschaft im Meniggrund

© Gabi Speck/Naturpark Diemtigtal

Dr. Thomas Kiebacher fesselt die Zuhörer mit viel Wissen und Engagement.

Die ausgebuchte Exkursion fand an einem kühlen Oktobersamstag statt, mit Teilnehmenden aus der ganzen Schweiz, die trotz Corona und mit der Hoffnung, dass die Sonne durchdrücken und sie alle etwas erwärmen möge, angereist waren.

Thomas Kiebacher, der bereits für sein Buch «Bergahornweiden im Alpenraum» die Bergahorne im Naturpark Diemtigtal untersuchte, leitete die gut fünfstündige Exkursion und wusste mit seinem grossen Wissen und viel Herzblut für diesen Baum und seine Lebensvielfalt zu überzeugen.

An verschiedenen Themenstationen erläuterte er verschiedenste Themen rund um den Bergahorn; darunter die Nutzung, die Wichtigkeit dieser Bäume für die Biodiversität am Boden und am Baum selbst und die stark gefährdete Lungenflechte, die als Indikator für intakte Ökosysteme gilt und im Meniggrund auf Bergahornen zu finden ist. Auch gab er Einblicke in den geschichtlichen Hintergrund dieser von Bergahornen geprägten Kulturlandschaft und stellte Vergleiche zu anderen Regionen in den Nordalpen her.

Früher wurde der Bergahorn vielfältig genutzt. Sein Holz diente beispielsweise zur Herstellung von Käsereiartikeln. Das Laub als Einstreu, als das Stroh noch nicht ins Diemtigtal kam, respektive zu teuer zum Kaufen war. Diese Nutzungsmöglichkeiten treten mehr und mehr in den Hintergrund. Das vielen lästige Laub des Bergahorns eignet sich aber noch immer als wunderbarer Dünger – direkt vor Ort oder im heimischen Garten.

Schlägt der Bergahorn die Eiche?

Was die Biodiversität anbelangt, stellte Thomas Kiebacher die These auf, dass der Bergahorn mit seinem vielfältigen Lebensraum auf und am Baum, vor allem was die Flechten und Moose anbelangt, sogar die Eiche schlagen könnte. Er begründete dies unter anderem mit der mittleren Artenzahl pro Baum. 90 Bäume auf Bergahornweiden im Alpenraum wurden untersucht, bei denen die mittlere Artenzahl bei 82 Arten liegt, davon neun Gefässpflanzen, 29 Moose und 44 Flechten. Auch finde man auf den Grasflächen direkt unter dem Baum eine viel höhere Artenzahl als neben dem Baum. Von Pilzen und Insekten ganz zu schweigen. Ein Bergahorn bietet also ein ganz besonderes Mikroklima.

Erstellt am: 30.10.2020

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