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Motion von Thomas Knutti: Öko-Energie ohne Baubewilligung ermöglichen

Mobile Solaranlagen in der Bau- und Landwirtschaftszone

Grossrat Thomas Knutti aus Därstetten hat in einer Motion den Regierungsrat beauftragt, in Bau- und Landwirtschaftszonen mobile Solaranlagen grundsätzlich bewilligungsfrei zu ermöglichen. Dazu sollen die kantonalen Richtlinien (Praxisregelung) dahingehend angepasst und die gesetzlichen Anpassungen umgehend vorgenommen werden.

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Mobile Solaranlagen in der Bau- und Landwirtschaftszone

© Godi Knutti, Erlenbach

Die auf einem ehemaligen Ladewagen aufgebaute Solaranlage, wie sie auf der Rinderalp letzten Sommer zum Einsatz kam. «Das ist Recycling», sagt Betreiber Godi Knutti zum Verwenden des alten Landwirtschaftsfahrzeuges.

Im Simmental war im vergangenen Sommer bereits eine solche mobile Anlage in Betrieb, und zwar auf der Rinderalp, hoch über dem Diemtigal, auf dem Gemeindegebiet von Erlenbach gelegen.

Pächter Gottfried Knutti geht schon 44 Sommer mit seiner Familie auf der Rinderalp z’Bärg. Zuerst mit den Eltern und den Brüdern; seit 2008 in Eigenregie und sömmert da knapp 90 Stück Vieh von unterschiedlichen Höfen im Tal, so auch von seinen beiden Brüdern. Neben 40 Säuli, die mit Schotte gefüttert werden, geniessen auch unzählige Besucher das auf gut 1700 Meter über Meer gelegene Alpbeizli und die herrliche Aussicht.

Ökologischer Erfolg auf der Alp
Der 52-Jährige hatte sich schon länger daran aufgehalten, dass er die Sonnenenergie nicht besser nutzen konnte: «Mir tat es weh, Diesel zu verbrennen, wenn ich das Ganze mit Sonne hätte betreiben können». Aus diesem Gedanken heraus entwickelte er eine mobile Solaranlage, die er auf einem ehemaligen Ladewagen aufbaute. Dadurch konnten im Verlauf der Sommersaison rund 1200 Liter Diesel eingespart werden.
Genügend Energie während der Hauptgebrauchszeit
Die Anlage kostete rund 50 000 Franken mit der kostenintensiven Speicher-Infrastruktur, die auf einer Alp benötigt wird; rund ein Drittel des Stroms wird direkt verbraucht und zwei Drittel werden in die Speicherbatterie gespiesen, damit morgens und abends während der Hauptgebrauchszeit genügend Energie vorhanden ist: «So wie es auf einer Alp, wo gemolken und Käse produziert wird, einfach nötig ist», erläuterte Godi Knutti den Einsatz der Solaranlage.

Im gemeinsamen Gespräch mit seinem Cousin, Grossrat Thomas Knutti, hat er seine positiven Erfahrungen einbringen können. Und Knutti wäre nicht Knutti, hätte er dieses Anliegen nicht umgehend politisch weitergeleitet: «Bereits heute können in Bau- und Landwirtschaftszonen auf Dächern Solaranlagen bewilligungsfrei montiert werden. Ich bin der Meinung, dass mit der Umsetzung und der Energiestrategie 2050 auch mobile Solaranlagen in die Gesetzgebung und die kantonalen Richtlinien angepasst oder aufgenommen werden», äussert sich der Grossrat in seiner Motion an den Regierungsrat vom 23. November.

Mobile Solaranlagen in der Bau- und Landwirtschaftszone

© Godi Knutti, Erlenbach

Die Wechselrichter und Batterien der mobilen Solaranlage ermöglichen, dass der Strom auch während der Hauptgebrauchszeit genutzt werden kann.

Erstellt am: 26.11.2020

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