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Adventskonzert in der reformierten Kirche Boltigen

Beeindruckende Präzision und virtuose Musikalität

Schwebende Töne im 13/8-Takt, Computerspiel- und Filmmusik, energische Märsche und irische Klänge. Die beeindruckenden Darbietungen der Musikgesellschaft Boltigen und des Simmentaler Brass Ensembles hätten ein weit grösseres Publikum verdient.

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Adventskonzert in der Kirche Boltigen

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Dirigent Marcel Aegerter führte durch das Konzertprogramm der Boltiger.

Die Musikgesellschaft Boltigen unter der Leitung von Marcel Aegerter beeindruckte mit ihrer Darbietung.

Die Es-Cornet Solisten des Simmentaler Brass Ensembles beeindruckten mit ihrem viruosen Spiel.

Charly von Grünigen führte durch das Konzertprogramm Simmentaler Brass Ensembles.

Das Simmentaler Brass Ensemble unter der Leitung von Dirigent Charly von Grünigen meisterte die anspruchsvollen Stücke mit Bravour.

Joel Matti brillierte als Solist auf dem Es-Horn in «Over the Rainbow».

Am Sonntagmorgen, 5. Dezember, fand in der reformierten Kirche Boltigen das Adventskonzert der Musikgesellschaft (MGB) Boltigen und des Simmentaler Brass Ensembles (SBE), mit einer Kurzandacht von Pfarrer Christof Mudrack, statt. In der kleinen Kirche war jede zweite Bank wegen Corona abgesperrt, die restlichen Reihen waren sozusagen voll besetzt, schätzungsweise waren rund achtzig Zuhörer am zertifikatspflichtigen Arrangement gegenwärtig.

Gladiatorenkampf und Computerspielmusik

Die MG Boltigen eröffnete das Konzert mit einem Marsch des tschechischen Komponisten Julius Fuík von 1899. Falls noch jemand an diesem grauen Sonntagmorgen müde und schläfrig war, erwachte er prompt von den lautstarken, energischen Klängen der 24 Blechbläser und des oft als Zirkusmusik verwendeten Musikstücks. Der ursprüngliche Titel war Marche chromatique, da es durch technische Erneuerungen mit Ventilen Ende des 19. Jahrhunderts möglich wurde, auf Blechblasinstrumenten chromatische Läufe zu spielen. Julius Fuík war jedoch von der Beschreibung eines Gladiatorenkampfs im damaligen Bestseller, dem berühmtem Roman «Quo Vadis» von Henryk Sienkiewicz derart beeindruckt, dass er seinen Marsch kurzerhand in «Einzug der Gladiatoren» umtaufte.

Einen besonderen Hintergrund hatte das letzte Programmstück, «Baba Yetu» von Christopher Tin, welches «Vater unser» auf Swahili bedeutet. Komponiert als Titelmusik zum Computerspiel Civilization IV von 2005, wurde das Stück als erste Computerspielmusik im Jahr 2011 mit einem Grammy Award ausgezeichnet. Das hervorragende, präzise und einfühlsame Spiel der Boltiger begeisterte das Publikum und es wurde enthusiastisch geklatscht. Als Zugabe wurde, zur Adventszeit passend, Adeste Fideles aufgeführt.

Serenade im 13/8-Takt

Die 28 Mitglieder des Simmental Brass Ensemble eröffneten mit einem Marsch, der «Phi-Délité» des Walliser Komponisten Arsène Duc; durch das Konzertprogramm führte Dirigent Charly von Grünigen. Das sinfonische, moderne und volksmusikinspirierte Stück «Lord Tullamore» des holländischen Komponisten Carl Wittrock wurde als nächstes aufgeführt. Die äusserst anspruchsvolle Komposition wurde mit grosser Präzision und Feingefühl gespielt. Die drei Sätze widerspiegeln die Eindrücke des Komponisten in der irischen Kleinstadt Tullamore und der Umgebung, mit blökenden Schafen, grünen Hügeln und Volksmusiktönen in den Pubs. Den Abschluss machte die Piano Sonata No. 8 in C minor, Op. 13, besser bekannt Sonata Pathétique, komponiert im Jahr 1789 von Ludwig van Beethoven. Der Applaus nach den hervorragenden Darbietungen war enthusiastisch und Dirigent Charly von Grünigen bedankte sich herzlich bei den Zuhörenden.

Als Zugabe wurde Walzer Nummer 2 von Dmitri Schostakowitsch aufgeführt, eine Komposition, in welcher jede Instrumentgruppe zur Geltung kam und welche die Zuhörenden über das Parkett eines Opernballs schweben liess. Es wurde nach einer zweiten Zugabe verlangt und die Brassband spielte «Stille Nacht» in drei Strophen zum Mitsingen. Die Adventsstimmung senkte sich über die kleine Kirche im verschneiten Tal.

Das Altjahrskonzert des Simmental Brass Ensemble findet am 28. Dezember in der reformierten Kirche Spiez statt.

Erstellt am: 11.12.2021

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