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Country Night Gstaad

Drei US-Stars und einheimischer Publikumserfolg

Wenn die klassischen Töne langsam verhallen, die ersten Blätter zu Boden fallen und statt Edelweiss-Hemden oder Luxus-Labels plötzlich knappe Röcke und Cowboy-Stiefel in Gstaad dominieren – spätestens dann ist klar: Es ist wieder Country-Zeit im Festivalzelt. Mit Rhonda Vincent, Carly Pearce und dem unvergleichlichen Marty Stuart mit seinen «Fabulous Superlatives» ist es Organisator Marcel Bach in diesem Jahr wieder gelungen, drei Top-Country-Stars aus den Staaten nach Gstaad zu holen. Doch eine kleine Überraschung gab es auch: Mit Bastian Baker schaffte es ein Schweizer Musiker, neben den Country-Grössen, die Gunst des anspruchsvollen Publikums zu gewinnen.

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Country Night Gstaad 2022

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© Armin Berger

Marty Stuart & His Fabulous Superlatives sorgten für den musikalischen Abschluss der beiden Konzertabende.

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Marty Stuart & His Fabulous Superlatives sorgten für den musikalischen Abschluss der beiden Konzertabende.

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Moderator Jürg Hofer mit Organisator Marcel Bach.

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Typisch Country Night Gstaad: Nach dem Auftritt gibt es am Rand der Bühne noch Autogramme und Fotos mit den Fans, hier durch Carly Pearce.

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Carly Pearce vertrat die etwas poppigere Version des Country an der Country Night.

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Carly Pearce vertrat die etwas poppigere Version des Country an der Country Night.

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Bastian Baker sorgte für ausgelassene Stimmung im Musikzelt.

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Viel Zeit für ihre Fans nahm sich Rhonda Vincent (rechts) nach ihrem Konzert für die Fans.

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Mit Rhonda Vincent startete das musikalische Hauptprogramm an beiden Festival-Tagen. Die «Bluegrass-Queen» trat bereits zum vierten Mal in Gstaad auf und enttäuschte ihre Fans nicht. Mit den Bluegrass-typischen Banjo- und Mandolinen-Klängen und einem eher traditionellen Country-Stil konnte Vincent mit ihrer überragenden Stimme und virtuosen Co-Musikern das Gstaader Publikum einmal mehr begeistern. Und dabei blieb es nicht: Rund eineinhalb Stunden nahm sich Vincent nach ihrem Auftritt noch Zeit für ihre Fans und erfüllte unzählige Selfie- und Autogrammwünsche.

Dass der zweite Künstler der Abende keine US-Countrygrösse ist, sondern ein einheimischer Musiker, ist keine echte Neuerung – stand doch im letzten Jahr der im Berner Oberland wohlbekannte Philipp Fankhauser auf der Bühne. In diesem Jahr trat mit Bastian Baker ein Musiker auf, der in die Kategorie Singer/Songwriter einsortiert ist – was seinem Auftritt aber nicht wirklich gerecht wird. Tourte er 2018 noch mit Country-Pop-Ikone Shania Twain höchst erfolgreich, aber praktisch «solo» durch die Welt, so trat er in Gstaad mit Band auf die Bühne. Und liess es richtig krachen.

Der Lausanner brachte im Musikzelt ein Musikprogramm zum Klingen, das vielleicht manchen überrascht haben mag. Grösser und voluminöser im Sound, stilistisch zwar nicht «Country», aber ein vielseitiger Mix mit diversen Einflüssen, der den Funken zum Publikum schnell überspringen liess. Gekonnt parlierte Baker drei- oder viersprachig mit seinen Zuhörern und schaffte es mit einer dramaturgisch geschickt gewählten Setlist, zum Abschluss die Anwesenden mitklatschend von den Sitzen zu reissen. Baker ist kein «kleiner» Alleinunterhalter auf der Bühne, sondern zelebrierte ein Musikfest gemeinsam mit seinem Publikum.

Zu später Stunde wurde die Konzertserie schliesslich vom mehrfachen Grammy-Gewinner Marty Stuart abgeschlossen. Wobei «Marty Stuart» die Sache schon arg verkürzt wiedergibt. Denn seine Band, die «Fabulous Superlatives», waren alles andere als Begleiter und Klangfüller, sondern kongeniale Musik-Kollegen. In einem kurzweiligen Programm mit viel Raum für solistische Einlagen von allen Band-Mitgliedern, zelebrierten Marty und seine Kompagnons stilistisch eine recht wilde und spannende Mischung aus Country, Blues und Rock’n’Roll. Mit dem geisterhaft guten Kenny Vaughan an der Gitarre, Harry Stinson an den Schlaginstrumenten und dem bieder dreinschauenden, aber diabolisch aufspielenden Paganini am Bass Chris Scruggs, spielten sich die vier Musiker virtuos und aufmerksam die Bälle zu.

Fazit: Wenn in Gstaad an einem frühherbstlichen Wochenende knappe Röcke mit Cowboystiefeln und -hüten kombiniert werden, dann stehen zwei abwechslungsreiche und hochklassige Country-Abende vor der Tür. Und die lohnen sich auch für Leute, die «Country» nicht unbedingt zu ihren bevorzugten Musikstilen zählen.

Erstellt am: 17.09.2022

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