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34. Jazz Tage Lenk: Jazz und Blues von ruhig bis lebhaft

Wenn an der Lenk im Sommer aus allen Ecken die Musik erklingt, sind die Jazz Tage Lenk nach einer pandemiebedingten Pause zurück. Seit nunmehr 34 Jahren gehört dieser musikalische Glanzpunkt fest zum örtlichen Veranstaltungskalender. Während zehn Tagen verabschieden sich Jodel und Ländler, um «dem amerikanischen Pendant zur klassischen Musik» Platz zu machen. Jazz goes to the mountains – und wir blicken zurück auf die Glanzpunkte.

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34. Jazz Tage Lenk

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© Armin Berger

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Chris & Mike schonten weder Tasten noch Bühne: An zwei Flügeln sorgten sie für Showtime im Zelt auf dem Kronenplatz.

© Armin Berger

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© Peter Wyssmüller

Alex Mandham liess mit seinem Orchester am Abschlussabend die 20er-Jahre des letzten Jahrhunderts neu aufleben.

© Peter Wyssmüller

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Philipp Fankhauser beeindruckte das Publikum als Bluessänger und Entertainer.

© Peter Wyssmüller

Philipp Fankhauser und seine Band begeisterten das Publikum auf dem Kronenplatz.

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Marius: Auch ohne seine Jagdkapelle ein gelungener Nachmittag für Kinder und Eltern.

© Peter Wyssmüller

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Seit Jahrzehnten gehören die Jazz Tage Lenk zu einer der meistbesuchten Veranstaltungen im bekannten Obersimmentaler Ferienort. Wer traditionellen Jazz mag, fährt hin – und so verwandeln die täglich rund 400 Besuchenden gemeinsam mit den zahlreichen Musikerinnen und Musikern das Bergdorf beinahe in eine «Town» am unteren Mississippi River.

Den Veranstaltern ist es nach der schwierigen Pandemiezeit gelungen, für 2022 ein interessantes und vielseitiges Programm zusammenzustellen. Egal ob aus Deutschland, der Schweiz oder dem Vereinigten Königreich – den Jazz haben alle Künstlerinnen und Künstler im Blut. Sie verzaubern das Publikum mit New-Orleans-Jazz, Dixieland, Boogie-Woogie und Blues.

Philipp Fankhauser: Der Bluesmeister unplugged

Am Donnerstagabend, 14. Juli, bestiegen Philipp Fankhauser und seine Band die Bühne auf dem Kronenplatz zu tosendem Applaus. Die vielen hundert Sitzplätze waren mit wenigen Ausnahmen besetzt. «Jetzt mached mer alli e chli Musig», sagte der gebürtige Thuner und eröffnete die Blues Night mit einem Song über das Leben auf Tournee und die Sehnsucht nach Familie und Freunden. Melancholie, Schmerz und Resignation durchsetzt von kleinen Funken der Hoffnung prägten Musik und Text, wie es sich für echten Blues gebührt.

«You’ve got to hurt before you heal», beschrieben als der traurigste Song aller Zeiten, war ein Höhepunkt, ebenso Fankhauser Hits «Further up on the road», «Let Life flow», «Members only» und «Born all over». Fankhauser hatte das Publikum in seiner Hand, die vielen Fans auf dem Kronenplatz klatschten und sangen zu bekannten Texten und Melodien.

Chris & Mike: Boogie-Party an zwei Flügeln

Ein Hauch von Vegas wehte am Freitag, 15. Juli durch das Konzertzelt: Glitzer-Dekor auf den Flügeln, LED-Effekte über der Tastatur. Etwas Licht-Show und ein extrovertiert durch das Programm führender Chris, kongenial unterstützt von seinem Bruder Mike – mal im wechselseitigen Solo, mal vierhändig, immer abwechslungsreich und überwiegend mit viel Tempo. Das Publikum wusste es zu schätzen und so kam im fast voll besetzten Zelt auch von Beginn an Stimmung auf.

Schon vor der Pause war klar, dass Chris & Mike mit diesem Konzert zu den Publikumslieblingen der diesjährigen Jazz Tage Lenk zählen würden. Doch nach der Pause legten die beiden noch mal ein paar Gänge zu: Flügel wurden über die Bühne gerollt und jede denkbare Form des vierhändigen Klavierspiels zelebriert, es wurde gesungen und auf Klavierhockern getanzt. Sicher: Es war nicht der Abend der feinen musikalischen Raffinesse mit subtilem Pedaleinsatz der Pianisten, sondern eher Klavier-Party – das allerdings auf hohem Niveau und in eine Show verpackt, die nach knapp zwei Stunden so schnell vorbei war, als hätte sie gerade erst begonnen.
… and it ends in a British Jazz Lounge!

Das Galakonzert stand gänzlich im Zeichen der «Roaring Twenties», der wilden 20er-Jahre des letzten Jahrhunderts. Das 14-köpfige Orchester unter der charismatisch-charmanten Leitung des Jungspunds und Sängers Alex Mendham verwandelte die Hauptbühne auf dem Kronenplatz in eine Londoner Jazz Lounge.

Mit Instrumenten aus der Zeit, vor Pomade glänzenden Haaren sowie mit Frack und Fliege begeisterte das Ensemble das Publikum mit seinem abwechslungsreichen Repertoire. Mit viel Blues in der Stimme erzählte die begabte Sängerin beispielsweise die hoffnungsschwangere Geschichte junger Abenteurer, welche das ländliche Dorfleben hinter sich lassen, um in der Grossstadt ihr Glück zu finden. Am Ende stranden sie jedoch desillusioniert in den Weiten der verzweigten Häuserschluchten … Vor ihrem Gastspiel an der Lenk tourte die Band durch die Welt, spielte in glamourösen Palästen und begeisterte zuletzt die Reisenden auf dem luxuriösen Kreuzfahrtschiff «Queen Mary».

Erstellt am: 21.07.2022

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