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Das Färmeltal als rote Zone

Von Peter Bratschi

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Vergleiche hinken, ich weiss. Aber stellen Sie sich einmal vor, der Lotharsturm hätte im Jahr 1999 in Zweisimmen im Tüll ein Dach abgerissen und dabei sei ein Mensch erschlagen worden. Bereits vor dreihundert Jahren soll dieselbe Naturgefahr verantwortlich gewesen sein für den Tod von vier Menschen beim heutigen Bärenparkplatz in Zweisimmen. Folge: Bei der nächsten Revision der Ortsplanung muss ganz Zweisimmen in die rote Gefahrenzone eingeteilt und mit Bauverbot belegt werden. – Undenkbar!

Aber ungefähr so wird im Färmeltal von den zuständigen kantonalen Instanzen wegen der Lawinengefahr verfahren: Praktisch das ganze Färmeltal wird einfach in die rote Zone eingeteilt, damit natürlich auch die bestehenden Häuser, in welchen nie jemand von Lawinen getötet wurde.

Gegen diese radikale Planerei hat der Gemeinderat von St. Stephan den Artikel 57a formuliert, der definiert, unter welchen Voraussetzungen bestehende Gebäude baulich verändert werden können oder ein abgebranntes Haus wieder aufgebaut werden kann. Seit Jahren wurden von den Besitzern bei Bauvorhaben dicke Betonmauern mit Erfolg als Lawinenschutz in ihre Häuser eingebaut. Damit möchte man fortfahren.

Sollte von den kantonalen Instanzen dieser Artikel 57a nicht genehmigt werden, müsste man den Gerichtsweg beschreiten, denn diese unnötige Beschränkung ist auch eine materielle Schädigung.

Sollte die Gemeinde aber von vorne anfangen müssen, empfehle ich in der neuen Planung das System der «Weilerzonen» nach Art. 33 RPV zu prüfen, wo definiert wird, wo gebaut werden kann und nachher erst das Gelände zwischen den Häusergruppen allfällig der Gefahrenzone zuordnet und nicht zuerst «alles rot» erklären und nachher mit Ausnahmen zurechtmurksen.

, Matten;

Co-Autor Färmelbuch

Erstellt am: 07.04.2022

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