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Auch Spital Zweisimmen mit Covid-Patienten

Spital Thun stösst an Kapazitätsgrenzen

Die Intensivstation im Spital Thun ist praktisch voll und täglich werden mehr Eintritte als Austritte verzeichnet. Die Leitung der Spital STS AG hat deshalb entschieden, die Hälfte aller Operationssäle bis auf Weiteres zu schliessen. Weil das Personal nach bald zwei Jahren Pandemie erschöpft ist, bringt das aber nur bedingt die gewünschte Entlastung. Die Spitalleitung ruft deshalb dringend zur gemeinsamen Bewältigung der Krise auf.

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Spital Thun stösst an Kapazitätsgrenzen

© Armin Berger

Auch im Spital Zweisimmen werden Covid-Patienten stationär behandelt.

Die aktuelle Corona-Welle hat auch die Spital STS AG, zu welcher die Spitäler Thun und Zweisimmen gehören, voll erfasst. Im Spital Thun werden derzeit (Stand: 3. Dezember) 31 Covid-Patienten stationär behandelt, davon fünf auf der Intensivstation. In Zweisimmen sind aktuell vier Covid-Patienten hospitalisiert.

Notfallzentrum benötigt provisorische Räumlichkeiten

Eine gesamte Bettenstation im Spital Thun ist zur isolierten Covid-Station umfunktioniert worden und quasi voll belegt. Hinzu kommt, dass seit einigen Wochen auch ein sehr hoher Anfall von Nicht-Covid-Patienten verzeichnet wird. Viele Eintritte finden via Notfall statt, die bestehende Infrastruktur des Notfallzentrums ist derzeit so stark belastet, dass provisorisch andere Räumlichkeiten zu Warte- und Behandlungsorten umfunktioniert wurden. Der Druck auf den Betrieb und das Personal ist gross, praktisch täglich treten mehr Patienten ins Spital ein als aus dem Spital aus.

Intensivbetten in der Mehrzahl durch Covid-Patienten belegt

Auch auf der Intensivstation sind die Kapazitätsgrenzen fast erreicht. Aktuell können maximal neun Betten betrieben werden. Ein weiterer Ausbau der Kapazitäten ist wegen fehlendem Personal nicht möglich – ein Problem, das auch viele andere Schweizer Spitäler bekunden. Folglich sind auch Verlegungen in andere Krankenhäuser mittlerweile kaum noch möglich.

Personal schwindet – Operationen müssen verschoben werden

Bald zwei Jahre nach Beginn der Pandemie sieht sich die Spital STS AG mit einer weiteren Herausforderung konfrontiert: Der Wille und das Engagement der Mitarbeitenden ist weiterhin intakt, hingegen schwindet die mentale und körperliche Energie. Gleichzeitig beklagen wir immer wieder Personalausfälle wegen Isolation nach Ansteckung oder Quarantäne nach Kontakt. Aus all diesen Gründen hat der Krisenstab der Spital STS AG bereits vor zwei Wochen begonnen, elektive Operationen – also geplante, nicht dringliche Eingriffe –, zu drosseln und zu verschieben. Auch wurden schon gewisse Pflegeabteilungen geschlossen, um die Teams der Intensivstation, des Notfalls und der Covid-Station personell zu unterstützen.

Leider verschärft sich die Lage aber weiter. Um zu verhindern, dass das Versorgungssystem nicht mehr aufrechterhalten werden kann, hat die Spitalleitung entschieden, die Operationskapazitäten weiter zu reduzieren und vier von acht Operationssälen zu schliessen. Die Grundversorgung kann dadurch eingeschränkt sichergestellt werden, ebenso die Notfallversorgung und dringende Operationen.

Solidarität ist erforderlich

Solidarität ist nun gefragt. Die Bewältigung dieser Krise gelingt, wenn alle im Rahmen des Möglichen ihren Beitrag dazu leisten. Die Spital STS AG selbst setzt alles daran, um die Versorgung im Rahmen des kantonalen Auftrags aufrechtzuerhalten. Wir sind aber auf Unterstützung angewiesen:

von den Alters- und Pflegeheimen sowie den Rehakliniken mit der pragmatischen Übernahme von Patientinnen und Patienten, die nicht mehr spitalbedürftig sind;

von den niedergelassenen Hausärzt:innen, die mithelfen, den Spital-Notfall zu entlasten, in dem sie Hand bieten bei der Behandlung von nicht spitalbedürftigen Notfallpatient:innen;

von den Patient:innen, in dem sie Verständnis haben, wenn ihre nicht dringlichen Operationen verschoben werden müssen;

von den Menschen im Versorgungsgebiet, in dem sie sich an die gel-tenden Schutzmassnahmen halten und ihre Kontakte reduzieren.

Überwiegend ungeimpfte Covid-Patienten

Der grösste Teil unserer Covid-Patientinnen und Patienten ist ungeimpft. Wie wir wissen, nimmt der Schutz besonders bei Personen über 65 nach sechs Monaten ab, weshalb zuletzt auch vermehrt doppelt geimpfte Personen mit Covid-Infektion hospitalisiert wurden, zumeist mit mildem Verlauf.

Deshalb ist die Auffrischungsimpfung (Booster) zentral. Auffällig und entscheidend ist aber, dass geimpfte Covid-Patientinnen und Patienten ohne schwere Vorerkrankungen selten bis nie auf die Intensivstation verlegt werden mussten. Das Risiko, sehr schwer an Covid-19 zu erkranken, wird mit der Impfung hochsignifikant reduziert.

Der beste Schutz gegen Covid-19 bleibt die Impfung.

Erstellt am: 08.12.2021

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