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Schneeräumung im Simmental

Wer die Strassen schneefrei halten will, muss früh aufstehen

Die letzten Winter waren geprägt von Schneearmut, was vor allem die Bergbahnen und damit auch der Wintertourismus zu spüren bekam. Doch in diesem Januar ist – zumindest was den Schnee angeht – alles fast «wie früher»: Das ganze Simmental, vom Talboden bis zu den Gipfeln, liegt unter einer dicken, weissen Schnee-Decke. Ein «richtiger» Winter. Damit Einheimische und Gäste im Simmental aber auch zur Arbeit, zur Ferienwohnung und zu Loipen und Lifte kommen, sorgen bei Schneefall viele Menschen schon mitten in der Nacht für befahrbare Strassen.

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Schneeräumung im Simmental

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Kilian Wyssen räumt mit seiner «Biene Maya» die Strasse bis hoch ins Fermeltal.

Die Fräse kämpft sich durch den niedergegangenen Lawinenschnee.

Die verschiedenen Transportfirmen arbeiten mit dem Gemeindeteam Hand in Hand: Walter Karlen koordiniert die «Schneeräumungskarawane» in Zweisimmen. Der Schnee wird per Lastwagen abtransportiert.

Der Schnee aus dem Dorf Zweisimmen wird von den LKWs der diversen Transportfirmen in die Simme gekippt.

Nach 35 Jahren steht Walter Karlen diesen Winter zum letzten Mal für die Gemeinde Zweisimmen im Einsatz.

Um drei Uhr in der Früh geht es mit der Schneeräumung los. Fredi Bowee räumt um vier Uhr den Gadenparkplatz an der Lenk.

Mehr als ein Meter Neuschnee innerhalb von wenigen Tagen stellte die Räumkonzepte der Simmentaler Gemeinden in der vergangenen Woche auf die Probe. Mit recht unterschiedlichen Methohen wird versucht, der Schneemassen auf den Strassen Herr zu werden – mit Erfolg, wie sich herausstellte. Das erfordert allerdings den Einsatz von vielen Menschen, die dazu meist gegen drei Uhr in der Früh beginnen, sich auf den Räumtag vorzubereiten.

Weissräumung an der Lenk

Die Gemeinde Lenk hat sich für die in nordischen Ländern weit verbreitete «Weissräumung» entschieden: Mit Ausnahme der Kantonsstrasse wird eine komprimierte Schneedecke auf den Strassen angestrebt und auf den Einsatz von Salz verzichtet. Da die Oberflächen durch Befahren und Begehen sowie durch das unvermeidbare Antauen und Gefrieren im Laufe der Zeit vereisen, werden die Oberflächen aufgeraut und mit Splitter bestreut.

Um 3.30 Uhr geht die Schneeräumung in der Gemeinde Lenk los, um das rund 100 Kilometer lange Strassennetz auch im Winter befahrbar und die Fusswege begehbar zu halten.

Fräsen für freie Wege in St. Stephan
Mit rund 45 Kilometern Strassennetz hat die Gemeinde St. Stephan deutlich weniger Räumaufwand als die grosse Nachbargemeinde am Talschluss – auf dem Papier zumindest. Wie alle Gemeinden arbeitet St. Stephan für die Schneeräumung mit externen Dienstleistern zusammen. Das Dorf St. Stephan wird von Perrens und das Dorf Matten von Wyssens geräumt. In der ganzen Gemeinde hat es genügend Platz, dass der Schnee ohne Abtransport per Lastwagen geräumt werden kann.
Besonderheit Fermeltal

Eine besondere Herausforderung ist das Fermeltal: «Die Fermelstrasse ab dem Gasthof Alpenrose befindet sich im Lawinengefahrengebiet», erläutert Gemeindeverwalter Beat Zahler. Bevor eine Räumung der Strasse erfolgen kann, muss eine Beurteilung durch die Lawinenkommission erfolgen. Auch wegen seiner Höhe liegt im Tal oft mehr Schnee als im Simmental, befindet sich der letzte Bauernhof doch auf rund 1600 Metern über Meer.

Oft übernimmt Kilian Wyssen selber die Schneeräumung. Zuerst mit dem Pflug, denn dieser ist wendiger und daher schneller, aber auch günstiger als die Schneefräse. Nachdem er das Dorf Matten geräumt hat, pfadet er die Fermelstrasse sowie einige Hofzufahrten. Gegen Mittag besteigt er dann seinen ganzen Stolz, die Schneefräse «Biene Maya». Den Namen hat sie wegen der gelben Farbe bekommen. Mit der 350 PS starken Fräse kann Kilian auch grosse Schneemengen ohne Probleme räumen.

Winter mit viel Schnee sind nichts Besonderes

Am Freitagmorgen verschüttete die Scheibenegglawine die Strasse und versperrte so für einige Zeit die Verbindung von Samuel Bergmann ins Tal. Sein Sohn Tobias war gerade bei ihm im Stall, als die Lawine ins Tal donnerte. Angst hatten sie keine – nur Respekt, denn im Fermel aufgewachsen, kennen sie es nicht anders. Auch wenn sie einmal die Strasse nicht passieren können, ist das für Bergmanns kein Problem. Essen haben sie genug, und auch für die Arbeit auf dem Hof und mit den Kühen brauchen sie keine Strasse. Noch gut erinnern sie sich an den Lawinenwinter 1999. Dort wurden im Fermeltal Hilfspakete abgeworfen. Bergmann meint allerdings, dass sie diese gar nicht gebraucht hätten, und erinnert sich nur noch, dass in seinem Paket die Steuerrechnung abgeworfen worden war.

Erstellt am: 23.01.2021

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