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«Flätschnass», die 18. Diemtigtaler Fasnacht

Zuerst wehmütig, dann ausgelassen fröhlich

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«Flätschnass», die 18. Diemtigtaler Fasnacht

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© Martin Natterer

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Fröhlich, ausgelassen und anfangs doch ein wenig wehmütig feierten die Diemtigtaler am 15. und 16. März an zwei Tagen die «vorletzte Fasnacht» der Schweiz und die 18. Fasnacht im «Unteren Simmental», das heisst im Diemtigtal.

«Flätschnasses» Wetter, ein paar «Wermuts-Tropfen» und doch bald Super-Stimmung
Der Himmel schien das Motto («Flätschnass») der diesjährigen Diemtigtaler Fasnacht zu mögen, denn zu Beginn – zum Sternenmarsch, der fastnachts-pünktlich um 18.18 Uhr am Freitagabend startete – da regnete es noch etwas. Und wie immer markierte der Marsch der «Trychler» aus dem Simmental und den angrenzenden Regionen den eindrucksvollen Auftakt.
Nur wenig «Schnitzelbänke», Aufruf des OK und tolle Band
Schon bei seiner Begrüssungsrede wies OK-Präsident Haueter auf die erhebliche wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der Diemtigtaler Fasnacht hin. Rund 150000 Franken würden «rund um die Fasnacht» in Vereinen und bei Gewerbetreibenden an Umsatz generiert, und nur 50000 Franken blieben beim OK selbst «hängen». Da nun die 18. Fasnacht gefeiert würde, sei man nun «volljährig». Eine echte Tradition sei damit entstanden.

Doch – und das war die weniger gute Nachricht des Abends – das OK sei kräftemässig nach nun rund zehn Jahren aufopferungsvoller Tätigkeit einfach an seine Grenzen gekommen: Für Kinder, Familie und die eigenen Betriebe müsse man Sorge tragen und könne die Organisationslast einfach kaum noch stemmen: «Es werden dringend OK-Mitglieder gesucht», war dann ohne Umschweife der eindrückliche und auch ein wenig emotionale Apell an die vielen Hundert Gäste und aktiven Teilnehmer, die sich rund um die Turnhalle in Oey versammelt hatten.

Doch im Laufe des Abends änderte sich das Wetter: Trotz der eintretenden Dämmerung hellte sich der Himmel – im direkten wie im übertragenen Sinne – erkennbar auf und versprach eher frühlingshaftes Wetter für den Folgetag. Zudem erklang von der Musikgruppe Trio Häxenschuss» Vertrautes und es gab gutes Essen von den vielen Grills. Und auch die Stimmung des OK wurde wieder optimistischer, nachdem auch auf der abendlichen Bühne (in Versen, wie sich das gehört) fast ein wenig traurig nochmals auf den voraussichtlichen Abschied der bisherigen Leistungsträger hingewiesen wurde.

Ansonsten meldeten sich nur wenige zum Vortragen von «Schnitzelbänken». Das leckere Essen, die freundliche Bedienung und – schlicht und einfach – der offensichtliche Willen der Teilnehmer sich an diesem Abend zu vergnügen hoben die Laune jedoch spürbar.

Die Band «Tommy Lee & Friends» trug mit schwungvoller Gitarren-Rock-Musik dann schliesslich eine Menge zu der Hebung der Laune bei, und nicht wenige im Saal tanzten alleine oder zu zweit. Die Band war buchstäblich erst Stunden zuvor als Ersatz für andere wegen Krankheit ausgefallene Musiker eingesprungen. Doch sie erwies sich in ihrer unkomplizierten und einfach auf Spass an der Musik und am Zusammen-Sein bedachten Art als wirklicher Glücksfall, und es war eine Freude bei diesem unterhaltsamen Abend dabei zu sein.

Umstellung der Einstellung und fröhliche Aufstellung
Eventuell war es – ein wenig «närrisch» als Wortspiel formuliert – die Umstellung der Einstellung aller Beteiligten, die eine fröhliche Darstellung in der Aufstellung der Umzugsteilnehmer ab dem Mittag des Folgetages ermöglichte. «Aufgestellt» wirkten jedenfalls alle, als der kommende Tag die «Umzügler» in ihren bunten Kostümen begrüsste.

Die Spannung stieg schon im Vorfeld, weil von 13 bis 13.55 Uhr die Kulturkommission an einem Jurytisch die Anmeldungen zur Kostümprämierung entgegennahm: Preise wurden später in den Kategorien «Kinder einzeln», «Kinder Gruppen», «Erwachsene einzeln», «Erwachsene Gruppen» und «Gruppen gemischt» vergeben. Mit grossem Stolz trug man danach für einige Stunden die Verkleidung als eine «Fasnachts-Identität». Und schon vor dem Umzug wurden «wohlschmeckende Getränke» angezapft und bisweilen sogar grosszügig verteilt.

Punkt 14.07 Uhr setzte sich dann der aus zehn Gruppen (und vielen «Spontanen») zusammengesetzte Umzug am frühen Samstagnachmittag in Bewegung. Sogar aus Alpnach, Luzern, Lyss und Naters waren einige angereist, die anderen eher aus der heimischen Umgegend.

Auffallend viele Kinder und Familien beteiligten sich entspannt und gut gelaunt an dem «närrischen Treiben», und man sah fast keine «Krokodilstränen» bei den Kleinen. Eher hatten sie einen gewaltigen Spass beim Verkleiden und bei den «Spass-Funktionen», die sie da übernahmen: Besonders das Konfetti-Werfen, vielleicht eine Anleihe aus dem rheinischen Karneval in Köln und Mainz, war sichtlich beliebt, und alle hatten später Konfetti im Kragen oder sogar unter dem Hemd.

Freude pur bei der Kostüm-Prämiierung
Die Kostümprämiierung gegen 16.30 Uhr in der Turnhalle war ein rauschendes Fest. Es folgte zwar einer äusseren Ordnung (Garant dafür waren ein mit viel Charme agierendes OK), aber derart viel war improvisiert und die meisten der teilnehmenden Gruppen zeigten dabei ganz erhebliches komödiantisches und darstellerisches Talent. Eine ausgelassene Stimmung, die eigentlich nicht nur nach «mehr», sondern nach «viel mehr» verlangte. An solchen Gruppen-Ereignissen und ihrem Generationen und Stile verbindenden Potenzial könnte man zukünftige Diemtigtaler Fasnachts-Veranstaltungen festmachen.

Und als die Sonne schon längst untergegangen und die – erneut scherzhaft – «Fasnachts-Nacht» über dem Diemtigtal hereingezogen war, da «steppte der Bär» noch unermüdlich mit den Wassermännern, den Nixen, den «Tröpfchen» und «Fischen». Und die energiegeladenen Guggenmusiker aus vielen Landesteilen der Schweiz taten ihr Übriges. Bis in die frühen Morgenstunden…

Erstellt am: 21.03.2019

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