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34. Sommer-Universität Lenk

Vielfältiges Programm mit Themenschwerpunkt Medizin

Die 34. Sommeruniversität Lenk bot mit fünf Vorträgen in der Zeit vom 18.–22. Juli in der Schule Lenk ein vielfältiges Programm für alle mit Themenschwerpunkt Medizin.

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Vielfältiges Programm mit Themenschwerpunkt Medizin

Prof. Dr. Christian Griot blickte zurück auf Infektionswellen in der Vergangenheit – und wagte auch einen Blick in die Zukunft.

Neben dem noch immer aktuellen Thema «Seuchen» enthielt das diesjährige Programm noch weitere Themen mit Bezug zur Medizin: Von ethischen Fragen im Spitalbetrieb über Auswirkungen der mütterlichen Darmflora auf Neugeborene bis hin zu dem, was mit einem menschlichen Körper nach dem Tode passiert, wurde ein weites Spektrum abgedeckt. Erfreulich dabei: Die Referenten standen für Fragen aus dem Publikum gern (und ausdauernd) zur Verfügung, so dass sich aus den «Vorlesungen» auch ein lebendiger und interessanter Austausch ergab.

Infektionskrankheiten endgültig besiegen – nur ein Traum?

Beim zweiten Vortrag am Dienstagabend, 19. Juli gab Prof. Dr. Christian Griot einen kurzen Rückblick auf Epidemien bzw. Pandemien im vergangenen Jahrhundert, auf die uns immer noch beschäftigende Covid-19-Pandemie sowie seine Einschätzung für die Zukunft an das Publikum weiter.

Christian Griot, Veterinärmediziner, gehörte bis vor Kurzem der Covid-19-BAG-Taskforce an, wo er mit zwei Humanmedizinern half, entsprechende Fachthemen aufzuarbeiten. Praktiziert hat er als Tierarzt nie, sondern ist gleich nach dem Studium in die Forschung gegangen. Von 1994 bis 2021 hat Christian Griot das Institut für Virologie und Immunologie (IVI) in Mittelhäusern geleitet. Das Tierseuchenlabor in Mittelhäusern und Bern ist ein Bundeslabor. 27 Jahre beschäftigte er sich mit Tierseuchen wie Maul- und Klauenseuche, Schweinepest oder die Blauzungenkrankheit, wie diese entstehen, wie diese übertragen werden und welche Auswirkungen diese auf Menschen haben.

Das Institut hat zum Ziel, die Forschung und deren Umsetzung im Interesse der Volks- und Tiergesundheit voranzutreiben. Je besser die grundlegenden Mechanismen von Infektionskrankheiten bekannt sind, desto schneller kann reagiert werden, um eine neue Krankheit einzuschränken.

Infektionskrankheiten mit grosser Wirkung: keine neue «Erfindung»

Epidemien (schnell ausbreitende ansteckende Infektionskrankheiten in einer Region) oder Pandemien (Ausbreitung über Länder oder Kontinente) traten in der Vergangenheit immer wieder auf und begleiten die Menschen schon seit je her. Mehrere Grippepandemien (1918, 1957, 1968 und 2009) und die Aids-Pandemie ab 1983 zeigen, dass Infektionskrankheiten immer noch ein ernst zu nehmendes Gesundheitsrisiko darstellen.

So gab es zum Beispiel bei der Spanischen Grippe 1918/19 mehr als 50 Mio. Tote und man geht davon aus, dass seit 1981 35 Mio. Menschen an Aids gestorben sind. In den Jahren 2002 bis 2004 breitete sich das SARS-Coronavirus schon einmal von Südchina über alle Kontinente aus, aber nur in bescheidenen Zahlen und mit «nur» circa 700 Toten. Seit 2020 beschäftigt uns eine neue Pandemie, die laut Christian Griot schätzungsweise weltweit 6,4 Millionen Menschen das Leben gekostet hat.

Quellen im Tierreich, doch Übertragungswege rätselhaft

Viele der neu auftretenden Erreger für Infektionskrankheiten stammen ursprünglich aus Tieren. Zu den sogenannten Zoonosen, Erreger, die sowohl in Menschen als auch in Tieren auftreten, zählen Krankheiten wie Aids und Ebola oder Affenpocken. Dabei werden die Wirte nicht unbedingt krank. Viele Tiere tragen Viren in sich, geben diese erst an einen Zwischenwirt weiter, der das Virus dann auf den Menschen überträgt. So auch zum Beispiel beim MERS-Virus, das sich vor allem auf der Arabischen Halbinsel etabliert hat. Dessen Überträger auf den Menschen ist das Kamel. Beim SARS-Virus geht man von verschiedenen Tieren als Zwischenwirt aus. Welcher Zwischenwirt es ist, ist jedoch nach wie vor unbekannt.

Erstellt am: 30.07.2022

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