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Piaggios fleissige Arbeitstiere

Knatternde Bienen rasteten in Zweisimmen

Beim Unternehmen Piaggio denken die meisten Menschen wohl an die bekannten Vespa-Roller. Doch schon in den späten 1940er-Jahren entstand aus der wenig fleissigen Wespe die arbeitsame Biene (ital. ape): Das Vorderteil und der Motor einer Vespa kombiniert mit einer Ladefläche – in der Ur-Version für immerhin 200 Kilogramm – und das alles auf drei Rädern. Im Laufe der Jahre kamen eine Reihe weiterer Modelle heraus: Als Pritschenversion oder mit Kastenaufbau, als 50 cm²-Version mit drei PS oder später mit wassergekühltem Diesel. Der Verein 3-Rad Piaggio Power (PPOW) hat sich der Pflege und dem Fahren dieser charmanten Fahrzeuge verschrieben und war am vergangenen Wochenende in Zweisimmen zu Gast.

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Piaggio Ape

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© Armin Berger

Die postgelbe Ape von Bruno Müller führte den Zug der Piaggio-Liebhaber in Zweisimmen an.

© Armin Berger

Engagiert und auf Tour: Bruno Müller (links) organisierte den Ausflug nach Zweisimmen, Vereinspräsident Kurt Zoss hält die Fäden der Ape-Gemeinschaft zusammen.

© Armin Berger

Individuell um- und ausgebaut: Bei Bruno Müller mit seiner Post-Ape darf der Kaffee nicht fehlen.

© Armin Berger

Klassisch: Eine Ape mit Lenkstange in der Mitte und Dreh-Schaltung links.

© Armin Berger

Vorne Piaggio, hinten Falt-Pavillon. Insgesamt eine runde Sache.

© Armin Berger

Alles drin: Mit grosser Heckklappe und Schlafmöglichkeit unterwegs. Die seitlich angebrachte Markise drückt allerdings, wie zusätzlicher Komfort generell, mit ihrem Gewicht die Geschwindigkeit.

© Armin Berger

Gast in der Schweiz: Reiner Dudek von den Apefreunden Südwest aus Baden-Württemberg.

Insgesamt sieben der urigen Dreiräder hatten sich mit ihren Haltern auf die Reise nach Zweisimmen begeben, auf Nebenstrassen wohlgemerkt. Denn für hohe Geschwindigkeiten war die Ape nie gemacht: «Die Modelle mit starkem Motor kommen auf eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 65 km/h», erklärt Vereinspräsident Kurt Zoss die Grenzen des Machbaren. Auf der Ebene, ohne Gegenwind und mit geringer Beladung, versteht sich. Doch wer heute eine Ape fährt, strebt ohnehin nicht nach Höchstgeschwindigkeit.

Die Hauptvorteile der Apes lagen denn auch in der schmalen Bauweise: Die lediglich 1,20 bis 1,50 Meter breiten Dreiräder passen auch durch die engsten italienischen Gassen und mit der enormen Zuladung von typischerweise mehr als 500kg schaffen sie auch ordentlich etwas weg. Ob nun Gemüse, Wein oder andere Lasten – selbst junge Elefanten wurden schon mit einer Ape transportiert: in einer Sattelschlepper-Version.

Selbst die Schweizer Post konnte da nicht widerstehen und erwarb für die Zustellung im Tessin und im Graubündner Puschlav rund 170 Apes mit Benzin bzw. Dieselmotor und, anders als die Ur-Version, nicht mit dem zentral sitzenden Fahrer, sondern als Rechtslenker-Version. Eine davon – in Original-Postgelb – fand ihren Weg schliesslich zum ehemaligen Zweisimmer Bruno Müller.

«Die wenigsten europäischen Apes sind heute noch im Transporteinsatz», erzählt Müller über die (ehemals) fleissigen Arbeitsbienen. Neben der Nutzung für Marketing-Zwecke gibt es stattdessen mehr und mehr Liebhaber dieser recht speziellen Automobile, die sie vorzugsweise zum Campen umbauen und nutzen. In Reih und Glied aufgestellt am Fankhauser Campingplatz in Zweisimmen konnten sich Neugierige denn auch selbst davon überzeugen, dass man es sich im Hinterteil der Biene durchaus gemütlich machen kann. Höchst individuelle Einrichtung inklusive.

Erstellt am: 01.08.2021

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