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Jugendolympiade Lausanne

Erlebnisbericht der Biathlon-Teilnehmerin Yara Burkhalter

Als die Simmental Zeitung mich fragte, ob ich einen Erlebnisbericht schreiben würde, dachte ich zuerst, dass ich diesen während der Wettkampfwoche nebenbei erledigen könnte. Doch viel Zeit zum Däumchen drehen, blieb nicht übrig.

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Erlebnisbericht der Biathlon-Teilnehmerin Yara Burkhalter

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Mit Yanis Keller holte Yara Burkhalter in der Single Mixed Staffel den 4. Rang.

© Yara Burkhalter

Im Stehendanschlag während der Single Mixed.

Der Schiessstand aus der Höhe betrachtet.

Yara unterwegs.

Yara unterwegs.

Am 8. Januar reisten wir Biathleten selbstständig nach Lausanne. Da kam ich schon das erste Mal ins Schwitzen. Denn mit Reisekoffer, Rucksack, Skisack, Gewehr- und Munitionskoffer lässt es sich nicht so gemütlich umsteigen.

Überall hingen Flaggen der ganzen Welt. Amerikanische, chinesische, australische und norwegische Athleten schlenderten bei unserer Ankunft im Innenhof herum.

Die Eröffnungsfeier
Am 9. Januar versammelte sich die Schweizer Delegation im olympischen Dorf, um zusammen mit dem Tram in die Vaudoise-Arena zu fahren, wo die Eröffnungsfeier stattfand. Als Gastland marschierten wir als letzte ins Stadion, wo wir richtig laut empfangen wurden. Die Eröffnungsfeier war grandios.
Beginn der Wettkämpfe
Der Einzellauf, ein sehr schiesslastiges Rennen, ist eigentlich meine Disziplin. Weil ich eine gute Schützin bin, sah ich dort meine grösste Chance. Doch es war ein Albtraum vom ersten Meter an. Aufgrund meiner zu grossen Nervosität spürte ich einen solchen Druck auf meiner Brust, dass mir das Atmen sehr schwerfiel. Meine Beine waren von Anfang an übersäuert und deswegen schwer wie Blei. Zum Dessert schoss ich noch total neun Fehler. Die 10 km zogen sich und ich litt bis ins Ziel. Mit nur 55 Prozent Trefferquote war das mein schlimmstes Rennen, das ich je erlebt hatte. Sehr enttäuschend für mich, dass es ausgerechnet an diesem Anlass sein musste.

Aber so geht es manchmal und ich bin froh, konnte ich mich mental neu fokussieren und aus dem Tief rausfand.

Medaille nur knapp verpasst
Mit Yanis Keller durfte ich die Single Mixed Staffel laufen. Im ersten Liegendschiessen kam ich an 6. Stelle in den Schiessstand. Zu sehen, dass alle anderen noch auf der Matte lagen und ich mit 0 Fehlern den Schiessstand als erste verlassen konnte, war ein grossartiges Gefühl. Nach dem letzten Treffer wurden die Zuschauer, die eifrig mitfieberten, sehr laut. Im stehenden Anschlag brauchte ich nur einen Nachlader und übergab mit Schweden gleichauf als erste an Yanis. Beim letzten Stehendschiessen von Yanis lagen wir mit Schweden, Tschechien und der Ukraine gleichauf. Es ging um die Bronzemedaille. Leider schoss Yanis eine Strafrunde. Am Schluss fehlten nur 13 Sekunden für den dritten Platz. Das war die Zeit, die wir mit einem Nachlader weniger hätten kompensieren können. Obwohl wir so knapp die Medaille verpasst hatten, war ich super glücklich, dass wir ein so grossartiges und spannendes Rennen boten und dass ich es doch noch kann. Letztlich gewann von den 30 Staffeln Frankreich vor Italien und Schweden.
Letzte Wettkämpfe
Einen Tag später stand der Sprint auf dem Programm. Muskulär ging es besser als die Tage zuvor. Das fehlerfreie Liegendschiessen ging so leicht, als hätte ich nie etwas anderes getan. Mein Kopf war klar, so konnte ich mich ohne Probleme auf meine Aufgabe konzentrieren. Nach dem ebenfalls fehlerfreien Stehendschiessen stand ich an dritter Stelle. Ich nahm zu euphorisch den ersten Anstieg in Angriff, sodass ich die restliche Schlussrunde mit übersäuerten Beinen gerade noch mehr oder weniger ins Ziel brachte. Vom vierten Platz rutschte ich dann noch auf den neunten Schlussrang. Es reichte zwar nicht ganz bis an die Spitze, aber mein Saisonziel – an der Olympiade ein fehlerfreies Schiessen – hatte ich erreicht.

Der letzte Wettkampf war die Mixed Staffel. Auch wenn Yanis und ich mit je nur einem Nachlader durchgekommen sind, waren die fünf Strafrunden, die sich die anderen zwei eingezogen hatten, natürlich zu viel, um bei den Spitzennationen mitreden zu können. Bei mir war läuferisch gesehen die Luft auch ein wenig draussen. Der 13. Rang von 25 Staffeln war okay.

Erstellt am: 25.01.2020

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